Hessen-SPD eröffnet Wahlkampf: Roth ist Spitzenkandidat

Hanau. Mit einer klaren Priorität für die Arbeits- und Sozialpolitik hat der hessische SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel am Samstag in Hanau den Wahlkampf eingeläutet.

Aktualisiert um 17 Uhr

Beim Landesparteitag der hessischen SPD sagte der Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 22. September in einer kämpferischen Rede vor 350 Delegierten, die SPD sei in diesen Fragen eindeutig parteiisch: „Unser Fokus liegt auf den Menschen, die jeden Tag hart und ehrlich arbeiten und dabei keine Reichtümer nach Hause bringen, sondern am Ende des Tages ihre Familien ernähren wollen“ Deshalb trete die SPD für einen gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohn ein. „Das ist nicht die Lösung aller Probleme, aber für sechs Millionen Menschen in Deutschland, die unter acht Euro die Stunde verdienen, ist das eine reale Lohnerhöhung.“

In dieselbe Kerbe schlug der als Gastredner geladene SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Man werde den Missbrauch der Leiharbeit zu einem großen Thema im Wahlkampf machen. Es gehe nicht an, dass die Regeln zur Leiharbeit missbraucht würden, um Stammbelegschaften unter Druck zu setzen.

Scharf ins Gericht gingen beide Spitzenkandidaten für die Bundes- und Landtagswahlen Wahlen am 22. September mit den CDU/FDP-Koalitionen in Wiesbaden und Berlin, denen Gestaltungskraft und –wille fehlten. Steinbrück nannte das Betreuungsgeld. einen Rückschritt in die sechziger Jahre, den die SPD in Regierungsverantwortung sofort wieder abschaffen werde. Auch das von der Union propagierte Familiensplitting sei ein Etikettenschwindel, der weiterhin gutverdienende Profiteure des Ehegattensplittings begünstige. Steinbrück sprach sich für einen Partnerschaftstarif aus, bei dem beide Partner individuell besteuert würden unter Einrechung möglicher Unterhaltspflichten.

Michael Roth zum Spitzenkandidaten gekürt

Mit 89 Prozent Zustimmung hat der SPD-Landesparteitag in Hanau am Samstag den Bundestagsabgeordneten Michael Roth (Bad Hersfeld-Rotenburg) zum Spitzenkandidat der SPD-Landesliste für die Bundestagwahl am 22. September gewählt. Der Heringer, der auch Generalsekretär der Landespartei ist, erhielt 286 von 323 gültigen Stimmen.

Der Marburger Abgeordnete Sören Bartol steht auf Platz 7, Ulrike Gottschalck (Landkreis Kassel) auf Platz 9, Birgit Kömpel (Fulda) auf Platz 14 Edgar Franke (Schwalm-Eder) auf Platz 17 und Ullrich Meßmer (Waldeck) auf Platz 21.

Bisher stellen die Hessen zwölf Abgeordnete, sieben von ihnen haben das Direktmandat in ihren Wahlkreisen gewonnen. Die langjährigen Abgeordneten Heidemarie Wieczorek-Zeul (Wiesbaden) und Uta Zapf (Offenbach) haben nicht mehr kandidiert.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Rubriklistenbild: © dpa

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