Öffentlicher Schlagabtausch nach Äußerungen Fischers

AfD Hessen stellt Anzeige gegen Eintracht-Präsident Peter Fischer

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Stellten Strafanzeige: AfD-Landessprecher Robert Lambrou (links) und Klaus Herrmann.

Frankfurt. Die AfD Hessen hat Strafanzeige wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gegen den Präsidenten der Frankfurter Eintracht, Peter Fischer, erstattet.

Das teilte der Landesverband der Partei am heutigen Mittwoch mit. Hintergrund sind ablehnende Äußerungen Fischers gegen Anhänger der AfD, die einen öffentlichen Schlagabtausch nach sich zogen.

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte der Eintracht-Präsident vergangene Woche in Bezug auf die AfD gesagt, es vertrage sich nicht mit der Satzung des Vereins, AfD zu wählen. „Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt.“

Die beiden AfD-Landessprecher Robert Lambrou und Klaus Herrmann wiesen Fischers Aussagen als „haltlos“ zurück. Der Eintracht-Präsident begebe sich selber „ins demokratische Abseits“, wenn er „einer demokratischen und durch Wahlen legitimierten Partei“ Antisemitismus unterstelle, hieß es in einer Pressemitteilung. „Fußball sollte die schönste Nebensache der Welt bleiben, auch bei Eintracht Frankfurt. Bei einer Mitgliedschaft sollte nicht die politische Überzeugung zählen, sondern die sportliche Ausrichtung. Sportvereine sind kein Ort für parteipolitische Bekenntnisse und Stadien kein Ort für politische Auseinandersetzungen“, sagte Herrmann. Lambrou und er seien selbst große Eintracht-Fans und hätten nun „demonstrativ“ Mitgliedsanträge bei dem Verein gestellt.

Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer.

Fischers Antwort fiel eindeutig aus: „Es gibt für die braune Brut keinen Platz. Solange ich da bin, wird es keine Nazis bei Eintracht Frankfurt geben“, sagte er in einem Interview des Hessischen Rundfunks. Er schäme sich für 13 Prozent der Bevölkerung, die die AfD gewählt hätten.

Diese „völlig inakzeptablen Bezeichnungen“ dürften so nicht beibehalten werden, hieß es nun am Mittwoch seitens der AfD Hessen. Deshalb hätten Lambrou und Herrmann in Vertretung des Landesvorstands Strafanzeige gegen Fischer erstattet. „Wir hätten gerne auf diesen Schritt verzichtet", erklärte Herrmann, aber in diesem Fall sei eine Anzeige erforderlich.

Das Polizeipräsidium in Frankfurt am Main bestätigte die Anzeige. Es werde derzeit ermittelt.

Die Eintracht Frankfurt wollte sich gegenüber unserer Zeitung nicht weiter zu dem Vorgang äußern. Es sei in den Medien bereits alles gesagt worden. Alles Weitere werde auf der Mitgliederversammlung am 28. Januar besprochen, sagte eine Pressesprecherin.

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