Neues Konzept für Hessentag gefordert

Bürgermeister Dirk Stochla: Absage wegen Geldmangels.

Vellmar / Korbach. Kaum hat Vellmar angekündigt, aus finanziellen Gründen auf die Ausrichtung des Hessentages 2013 zu verzichten, steht Korbach als Ersatz in den Startlöchern. Bürgermeister Klaus Friedrich: „Wir wären bereit, dem Land zu helfen, wenn es uns klare finanzielle Zusagen für Infrastrukturmaßnahmen geben würde.“

Korbach hatte sich bereits als Ersatz für Alsfeld angeboten, als die mittelhessische Stadt den Hessentag 2010 auch aus finanziellen Gründen zurückgab. Damals sprang Stadtallendorf ein. Die Kommune blieb dann allerdings auch auf 5,9 Millionen Euro Defizit sitzen.

Der Schritt des Vellmarer Bürgermeisters Dirk Stochla sorgte am Mittwoch für Diskussionen in der Landeshauptstadt. Schon häufig war kritisiert worden, der Hessentag sei zu aufwendig geworden. Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion Günter Rudolph nutzte die Gelegenheit, der CDU/FDP-Landesregierung vorzuwerfen, sie blute die Kommunen finanziell aus. Er warnte davor, den Hessentag auf diese Weise so wegzusparen. „Vellmar ist ein Alarmsignal“, sagte Rudolph unserer Zeitung.

Wie er sprachen sich auch die Grünen für ein neues Konzept aus. Sigrid Erfurth (Werra-Meißner) schlug vor, das Fest nur noch alle zwei Jahre zu veranstalten. Dies lehnte die Landesregierung bislang ab. Für viele Organisationen sei das Fest dann nicht mehr attraktiv.

FDP-Fraktionschef Florian Rentsch sagte, die Entscheidung sei verantwortungsvoll, auch wenn er sie als Nordhesse bedauere. Der Hessentag sei eine Chance für Kommunen. „Sie müssen aber wissen, ob sie das Fest stemmen können.“ Der Steuerzahlerbund lobte Stochla. Er geißelt alljährlich den „Hessentags-Gigantismus“. Vorsitzender Ulrich Fried forderte, das Fest auf ein verlängertes Wochenende zu begrenzen und auf große Stars zu verzichten.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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