Staatsanwalt geht gegen „Selbstjustiz“ vor

Hildesheim. Nach tumultartigen Protesten gegen einen aus der Haft entlassenen Sexualstraftäter im Hildesheimer Vorort Drispenstedt geht die Staatsanwaltschaft gegen die Kritiker vor.

„Wir ermitteln wegen Volksverhetzung, Landfriedensbruch, Beleidigung und Verleumdung“, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Seemann am Freitag. Die „Hildesheimer Allgemeine“ hatte berichtet, das Haus, in dem die Mutter des Mannes lebt, sei mit Eiern beworfen worden. Die alte Frau, die von der wütenden Menge herausgeklingelt wurde, habe ihre Wohnung aus Angst inzwischen verlassen und Schutz bei Verwandten gesucht. 

Zudem gebe es eine Hatz im Internet. Die Staatsanwaltschaft habe einen Sonderermittler eingesetzt, sagte Seemann. Seine Behörde werde es nicht dulden, dass „der Straßenpöbel Selbstjustiz übt“. Es liege auch die Strafanzeige eines völlig Unbeteiligten vor, den die Menge fälschlich für den aus der Haft entlassenen Mann gehalten habe, sagte Seemann. 

Er sei übel beschimpft worden. Sein Haus wurde ebenfalls mit Eiern beworfen. Der Betroffene wohne nicht in Hildesheim. Der Mann war 2008 wegen sexuellen Missbrauchs seiner Stieftöchter zu sechs Jahren Haft verurteilt und kürzlich vorzeitig auf Bewährung freigekommen. Die Polizei geht davon aus, dass von ihm keine Gefahr ausgeht.

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