Land Niedersachsen gibt 4,5 Millionen Euro in Entschädigungsfonds

Hilfe für frühere Heimkinder

Hannover. Das Land Niedersachsen unterstützt den Entschädigungsfonds für ehemalige Heimkinder mit 4,54 Millionen Euro. Anträge auf finanzielle Hilfen könnten ab sofort bei 48 regionalen Anlauf- und Beratungsstellen gestellt werden, teilte Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) in Hannover mit. Freigeschaltet wurde auch eine Internetseite mit allen Informationen zum Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1945 bis 1975“.

Insgesamt stehen den Angaben zufolge 120 Millionen Euro zur Verfügung, die jeweils zu einem Drittel von Bund, Ländern und Kommunen sowie katholischer und evangelischer Kirche und deren Wohlfahrtsverbänden und Orden aufgebracht werden. Mit dem Geld sollen ehemalige Heimkinder unterstützt werden, die spezielle Hilfen benötigen, weil sie bis heute unter den Folgen der Heimerziehung leiden.

Anträge bis 2014 möglich

In Fällen, in denen es aufgrund nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge zu verminderten Rentenansprüchen gekommen ist, soll aus Fondsmitteln ein finanzieller Ausgleich gewährt werden. Anträge können bis zum 31. Dezember 2014 gestellt werden.

In den westdeutschen Heimen lebten zwischen 1945 und den 70er-Jahren rund 800 000 Kinder und Jugendliche. Viele von ihnen wurden gedemütigt, misshandelt, zur Arbeit gezwungen oder sexuell missbraucht.

Der Verein ehemaliger Heimkinder lehnt den Entschädigungsfonds weiter ab. Knapp 400 Opfer wollten stattdessen klagen, um eine höhere Entschädigung zu erstreiten, „die auch den Namen verdient“, sagte der Vize-Vereinsvorsitzende Dirk Friedrich. Die Kläger wollten den Rechtsweg notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg beschreiten. Der Verein stellt Entschädigungsforderungen in Milliardenhöhe. (epd)

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