Online-Beratung der Landesmedienanstalt – 60 Jugendliche zu Scouts ausgebildet

Hilfe bei Mobbing im Netz

Mobbing im Netz: Auf dem Illustrationsbild ein 14-jähriger Schüler, der die Internetseite „iShareGossip“ aufgerufen hat. Foto: dpa

Hannover. Für Betroffene ist es doppelt schlimm: Mobbing in der Schule findet seine Fortsetzung oft im Internet - und lässt sich dort nur noch schwer entfernen. Die Landesmedienanstalt bietet dazu eine Onlineberatung – dort helfen Jugendliche gleichaltrigen Betroffenen.

Mobbing unter Schülern wird durch das Internet nach Einschätzung der Niedersächsischen Landesmedienanstalt folgenschwerer als Hänseleien in früheren Jahren waren. „Das Mobbing nimmt nicht unbedingt zu, aber die Formen haben sich verändert und sind für die Jugendlichen schwerwiegender“, sagte Jugendschutzreferentin der Medienanstalt, Sabine Mosler, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Die Verbreitung und die Nachhaltigkeit von Mobbing im Internet sei größer. Und Attacken, die einmal im Netz gelandet seien, ließen sich dort so schnell nicht entfernen. „Die Wirkung ist bedeutend stärker.“ Die Jugendschützerin koordiniert die Onlineplattform der Medienanstalt für junge Leute zum Thema Internet (www.juuuport.de). 70 Prozent der Anfragen auf der vor zwei Jahren gestarteten Plattform betreffen Mobbing, sagte Mosler. „Das ist das Hauptproblem.“ Mobbing im Internet und Mobbing in der Schule stünden dabei oft in direktem Zusammenhang. „Viele Jugendliche sind technisch sehr versiert und haben mehr Ahnung als Erwachsene; bei der Einhaltung der Persönlichkeitsrechte oder des Datenschutzes fehlt ihnen aber die Erfahrung und oft auch das Unrechtsbewusstsein.“

Genau dies sei Thema der Online-Beratung auf der Plattform, zu der bundesweit inzwischen 60 Altersgenossen zu sogenannten Scouts ausgebildet wurden, sagte die Jugendschutzreferentin. Monatlich nutzten inzwischen rund 4000 junge Leute das Angebot.

Ergänzt wird die Beratung nun um eine weitere Plattform (www.juuupoint.de), auf der Jugendliche eigene Projekte zu Themen wie Cyber-Mobbing, Abzocke oder Datensicherheit präsentieren können. Ziel sei es, die Projekte miteinander zu vernetzen und die wertvolle Arbeit einem größeren Kreis von Interessierten vorzustellen. (lni)

Von Michael Evers

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.