Historiker schreiben Lexikon über Hessens Herrscherfamilien

Marburg/Darmstadt. Geschichtsbücher sind voller Fürsten, doch was tat eigentlich die thronlose Verwandtschaft? Ein neues Buch über die hessischen Herrscherdynastien nimmt sich auch dieser Familienmitglieder an.

In dem Band "Haus Hessen - Biografisches Lexikon" wird das Leben von rund 350 Persönlichkeiten beschrieben, darunter Regenten, aber auch deren Schwestern, jüngere Brüder oder Ehefrauen. Die Brüder wurden zum Beispiel Soldaten oder kirchliche Würdenträger, "die Mädchen kamen notfalls ins Kloster", erläutert der Herausgeber des Bandes, Eckhart G. Franz.

Es kam auch vor, dass Fürsten-Witwen bis zur Regierungsfähigkeit ihrer Söhne das Zepter in Händen hielten, wie Franz, der frühere Leiter des Staatsarchivs Darmstadt, berichtet. Brüder machten etwa als Eroberer Karriere (Georg von Hessen-Darmstadt, 1669-1705) oder als Statthalter (Karl von Hessen-Kassel, 1744-1836).

Mehrere Jahre lang arbeiteten Archivare und Historiker an dem Projekt der "Hessischen Historischen Kommission", dessen Präsentation für Donnerstagabend in Marburg auf dem Programm stand. Es beinhaltet Kurzbiografien über Angehörige der Herrscherlinien unter anderem von Hessen-Kassel, Hessen-Darmstadt oder Hessen-Homburg und spannt einen Bogen vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart. (dpa)

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