Politiker vor Gericht

Hitler-Satz: Seltsame Erklärung von Anwalt

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Gilles Bourdouleix

Angers - Weil er einen rassistischen Spruch losgelassen hat, muss sich ein französischer Bürgermeister vor Gericht verantworten. Sein Anwalt verteidigt seinen Schützling auf seltsame Weise.

Vor einem Strafgericht hat der Prozess gegen einen französischen Bürgermeister begonnen, der mit Blick auf Sinti und Roma gesagt hatte, Hitler habe "vielleicht nicht genügend von ihnen getötet". Gilles Bourdouleix, der auch Abgeordneter in der Nationalversammlung ist, erschien am Donnerstag nicht zum Auftakt des Prozesses in der westfranzösischen Stadt Angers. Bourdouleix muss sich dort wegen des Vorwurfs der "Verherrlichung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit" verantworten.

Der Satz des Bürgermeisters der westfranzösischen Gemeinde Cholet bei einem Streit mit Sinti und Roma, die ein Gelände seiner Gemeinde besetzt hielten, hatte im vergangenen Sommer für Empörung gesorgt. Die Zeitung Le Courrier de l'Ouest hatte eine Tonaufnahme ins Internet gestellt, auf der zu hören ist, wie Bourdouleix zu seinen Begleitern sagt: "Hitler hat vielleicht nicht genügend von ihnen getötet." Bourdouleix, der angesichts eines drohenden Rauswurfs inzwischen die Zentrumspartei UDI verlassen hat, hatte zunächst abgestritten, den Satz so gesagt zu haben.

Am Donnerstag sagte sein Anwalt vor Gericht, Bourdouleix habe den Satz nicht an Zuhörer gerichtet gesagt, sondern "vor sich hin gemurmelt". Er habe eine "Dummheit" gesagt, verdiene aber deswegen nicht, "an den Pranger gestellt" zu werden. Bourdouleix drohen bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft und 45.000 Euro Geldstrafe. Der Umgang mit der Minderheit der Roma in Frankreich sorgt immer wieder für Kritik und erregte Debatten.

AFP

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