Vor dem Urteil - Kommentar zu den Vorwürfen gegen Schavan

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Annette Schavan

Seit Anfang Mai ist Schavan mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Die Universität Düsseldorf prüft die Anschuldigungen. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Jörg Stefan Carl über die Plagiatsvorwürfe gegen Ministerin Schavan.

Worüber reden wir: Wieder einmal über die Glaubwürdigkeit von Spitzenpolitikern. Und über eine Dissertation, die 32 Jahre zurückliegt, und bei der nun geprüft wird, ob Originalzitate, Zweitquellen und Drittmeinungen korrekt eingesetzt und als solche angegeben oder aber als eigenes Gedankengut veröffentlicht wurden.

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Bundesbildungsministerin Annette Schavan bestreitet Letzteres, sie spricht von Fehlern. Klar ist: Im gegenwärtigen Stadium haben bisher nur ein Internetforum und ein einzelner Gutachter den Fälschungsvorwurf erhoben. Bewiesen ist nichts. Man sollte sich also zum jetzigen Zeitpunkt vor einem Urteil hüten.

Auch für eine Ministerin, die einst hohe moralische Maßstäbe anlegte und sich für ihren Kabinettskollegen Zu Guttenberg im Zusammenhang mit dessen Plagiatsaffäre „schämte“, gilt die Unschuldsvermutung.

Fest steht aber auch: Schavan muss zurücktreten, wenn die Universität Düsseldorf zu dem Schluss kommt, dass sie gefälscht hat und ihr als Konsequenz den Doktortitel aberkennt. Dann ist sie als Ministerin nicht mehr zu halten.

Sogar die populäre Kanzlerin, die ihrer engen politischen Freundin das Vertrauen ausgesprochen hat, könnte sich eine Plagiatorin als oberste Hüterin von Bildung und Wissenschaft nicht mehr leisten. Die Zumutungen wären unerträglich. Die Glaubwürdigkeit wäre erschüttert, wieder einmal.

Merkel schützt ihre Getreuen ohnehin nur, solange sie selbst keinen Schaden nimmt. Auch in dieser Hinsicht bleibt der Fall Doktor Schavan spannend. Ein Urteil wird gefällt werden – so oder so.

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