Mursi abgesetzt

HNA-Kommentar zur Situation in Ägypten: Armee führt Regie

Die ägyptische Armee hat den Präsidenten des Landes, den Islamisten Mohammed Mursi, entmachtet. Der Präsident des Verfassungsgerichts, Adli Mansur, soll vorläufig die Geschicke des Landes lenken. Ein Kommentar unseres Politikredakteurs Jörg-Stefan Carl.

Jörg S. Carl

Trotz der Jubelstimmung in Kairo am Mittwoch Abend: Eine Verschärfung der Konfrontation ist nicht ausgeschlossen. Das Militär hat mit seinem Ultimatum keine Kompromisse herbeizwingen können. Die gespaltene Nation steht sich weiter unversöhnlich gegenüber, die dramatisch schlechte Wirtschaftslage wirkt wie ein Treibsatz für Aggressionen.

Die Muslimbrüder nehmen zunächst die Opferrolle ein: Ein „Putsch“ habe sie als gewählte Vertreter des Volkes aus der Regierung gedrängt. Dabei waren sie es, die die ersten zarten demokratischen Errungenschaften mit Füßen getreten haben, indem sie der Opposition ein Jahr lang die Luft abschnürten und den verfassungsgebenden Prozess zum eigenen Machtausbau missbrauchten.

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Ägyptens Präsident Mursi abgesetzt

Im Bewusstsein, dass die Ägypter keine neue Militärdiktatur dulden werden, drängt sich die Armee nicht an die Spitze des Landes, aber sie hat die Regie im Staat übernommen. Neue Einheitsregierung, dann Neuwahlen oder Eskalation der Gewalt? Das Drehbuch lässt zurzeit jedes Ende zu.

Von Jörg S. Carl (jsc@hna.de)

Rubriklistenbild: © dpa

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