Kommentar zu Übergriffen in Flüchtlingsheimen: "Kein Anlass für politisches Schauspiel"

Tibor Pézsa über gequälte Flüchtlinge

Die Sache selbst ist klar: Das Drangsalieren von Flüchtlingen, welches sich Angehörige eines privaten Sicherheitsdienstes in Nordrhein-Westfalen geleistet haben, ist widerwärtig und inakzeptabel. Es muss sofort und nachhaltig abgestellt werden.

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Etwas weniger klar ist, was die Politik nun aus dem Vorfall macht. Für den nordrhein-westfälischen CDU-Landeschef Armin Laschet ist er offenbar eine Gelegenheit, der rot-grünen Landesregierung Versagen vorzuwerfen. Wie gut für Laschet, dass er das einfach mal so sagen kann. Genau so könnte er freilich der Landesregierung vorwerfen, dass sie zu wenig Geld für Polizisten ausgibt. Oder auch das Gegenteil, je nach Belieben: dass das Land viel zu viel Geld ausgibt. Alles eine Frage der Perspektive und der jeweils eigenen politischen Interessen. Nur: Den Flüchtlingen wird durch Theaterdonner sicher nicht geholfen.

Was bleibt also? Die Beurteilung der Übergriffe von Burbach wird nicht wirklich leichter dadurch, dass sie im Video dokumentiert sind. Denn so fürchterlich die Bilder auch sind – sie zeigen nur, jedenfalls soweit wir bis jetzt wissen, dass es in NRW einen Sicherheitsdienst gibt, der kriminelles, mindestens ungeeignetes Personal beschäftigt. Diesem Dienst sollten alle öffentlichen Aufträge tunlichst entzogen werden. Nicht mehr. Nicht weniger.

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