Kommentar zum politischen Umgang mit dem Abgasskandal: Verdammt dreist

Manchmal kann man sich nur wundern: Vor über einem halben Jahr hat Volkswagen eingeräumt, bei den Abgaswerten getrickst zu haben. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteurin Martina Hummel.

Seit Monaten ist bekannt, dass auch andere Autokonzerne ihre Abgaswerte schönen. Aber auf politischer Ebene passiert nichts.

Zwar hat das Bundesverkehrsministerium beim Kraftfahrtbundesamt umfangreiche Tests bei den Herstellern angeordnet. Es gibt auch Ergebnisse, die aber nur einem internen Zirkel bekannt sind. Häppchenweise beichten sogar die Autohersteller – aber es passiert nichts. Die Tricks der Hersteller sind rechtswidrig, aber die Behörden regieren nicht. Diese Untätigkeit ist nicht nur ein politischer Skandal, sondern auch juristisch fragwürdig.

Es gibt viele ökonomische Gründe, warum man in einer Volkswirtschaft eine Schlüsselindustrie wie die Autobranche nicht von einem Tag auf den anderen lahm legen darf. Aber das Wenige, was Verkehrsminister Alexander Dobrindt in Berlin und das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg derzeit zur Aufklärung beitragen, ist nicht nur dreist, sondern grenzt schon an Arbeitsverweigerung.

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