Kommentar zu Schwierigkeiten mit Türkei-Pakt: Druck auf Athen

Genau das war zu befürchten. Der ehrgeizige Beschluss des EU-Gipfels für einen Pakt mit der Türkei enthielt zwar konkrete Daten zum Inkrafttreten. Aber das waren kaum mehr als Wunschvorstellungen. Ein Kommentar von Detlef Drewes.

Griechenlands Premier Alexis Tsipras versprach zwar, sich mit den notwendigen Reformen zu beeilen. Aber der Regierungschef steht wegen seiner Sparpolitik zu Hause derart unter Druck, dass er weitere Kraftproben mit seinen politischen Gegnern langsam angehen muss – sehr zum eigenen Schaden. Denn während die griechischen Behörden in der Hauptstadt sich alle Zeit der Welt nehmen, müssen die Flüchtlinge weiter gegen das Elend unzureichender Unterbringung kämpfen – auch wenn einige diese Not sehr demonstrativ auf sich nehmen und genau deshalb den Umzug in bessere Aufnahmeeinrichtungen ablehnen.

Die EU bringt die Verzögerung jedoch in große Probleme, hatte man sich doch erhofft, dass der Pakt mit Ankara weitere Flüchtlinge davon abhalten würde, sich von der Türkei aus auf die Reise nach Europa zu machen. Sogar von einem Modell für andere Fluchtrouten war die Rede. Doch das funktioniert nicht – noch nicht. Das ist bitter für alle Beteiligten, sogar für Griechenland.

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