Kommentar zum Wahlerfolg der AfD: Politisches Erdbeben

Die hessische Kommunalwahl gab den Vorgeschmack, die drei Landtagswahlen bestätigten die Botschaft der Wähler. Die Afd entwickelt sich zu einem Faktor in der deutschen Politik, an dem langfristig nur wenige Wege vorbei führen dürften.

Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Drei Landesregierungen fielen dem aufgestauten Unwillen der Bürger zum Opfer. Stark verloren haben alle im Bundestag vertretenen Parteien. Nun rächt sich die einst von Angela Merkel zum Erfolgsprinzip erhobene Demobilisierung der Wähler. Die Zeit der angeblich alternativlosen, für Politiker so angenehm großen Koalitionen neigt sich ihrem Ende zu. In Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt reicht es nicht einmal mehr für diese Notlösung der Demokratie.

Aus allen anderen Parteien laufen die Wähler der Alternative für Deutschland zu. Wie ernst ihnen die Sache ist, wird deutlich, wenn man sich das größte von der AfD abgeschöpfte Wählerpotenzial vor Augen hält. Es sind ehemalige Nichtwähler, welche die AfD in Scharen mobilisieren konnte. Das trieb die Wahlbeteiligung in die Höhe. Das ist ein Gewinn für die Demokratie, so ernst die Umstände auch sind.

Grüne und Linke könnten sich an ihre Gründungsjahre erinnern, an das damalige Entsetzen der etablierten Konkurrenz, an die Sprech- und Koalitionsverbote der frühen Jahre. So ist es auch jetzt wieder, diesmal mit der AfD. Gewiss: Manche Äußerungen und Auftritte von AfD-Vertretern sind furchtbar. Aber das gab es auch auf je eigene Art bei Linken und Grünen. Der AfD steht nun jedenfalls in der bürgerlich-konservativen Mitte ein riesiger Raum sperrangelweit offen, politisch verwaist. Was in Berlin offenbar immer noch nicht jeder verstanden hat.

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