Uli Hoeneß’ Bankberater ist in der Schweiz ein Held

Ein Foto des Schweizer Bankers Jürg Hügli (61) ist derzeit nicht verfügbar.

Jürg Hügli hat als Devisenchef der Schweizer Bank Vontobel die Währungsspekulationen von Uli Hoeneß umgesetzt. In Warschau wurde er festgenommen - und entwischte.

Ein Foto des Mannes ist nicht aufzutreiben, doch in der Schweiz mutierte der 61-Jährige innerhalb kürzester Zeit zum Helden: Jürg Hügli, langjähriger Devisenchef der Schweizer Privatbank Vontobel. Er hat die Währungsspekulationen von Deutschlands berühmtesten Steuerhinterzieher Uli Hoeneß umgesetzt, wurde deshalb von den deutschen Behörden per europäischem Haftbefehl gesucht und in Warschau festgenommen.

Jetzt ist der Mann unbestätigten Berichten (http://zu.hna.de/huegli2611) zufolge auf angeblich abenteuerliche Weise auf dem Landweg entwischt – zurück in die heimische Schweiz, wo er nicht nur die Solidarität der Bankenbranche genießt, sondern auch sicher ist vor Verfolgung durch die Deutschen.

Der Jürg“, von Hoeneß vor Gericht als „guter Freund“ tituliert, hat sich nach Ansicht der deutschen Ermittler der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig gemacht. Da der als stets chic gekleidet beschriebene Banker mit einer Polin verheiratet ist und häufig nach Warschau reist, nutzten bayrische LKA-Zielfahnder die Chance und griffen dort zu. Hügli kam gegen Zahlung einer Kaution von 236 000 Euro zwar frei, musste sich aber regelmäßig bei der Polizei melden.

In der Schweiz hatte das für allerlei Aufregung gesorgt - von „rüden Wildwest-Methoden“ „abstrusen“ Vorwürfen und „Vorverurteilung“ war die Rede, nachdem in der Mainzer Allgemeinen Zeitung über die Festnahme Hüglis berichtet wurde. „Er führte nur die Geschäfte aus, die Hoeneß telefonisch in Auftrag gab“, so die seriöse Neue Zürcher Zeitung empört über den „Händler alter Schule“.

Der Kölner Anwalt Rolf Schwedhelm, erfahren in Steuersünder-Selbstanzeigen, vermutet, an Hügli solle ein Exempel statuiert werden. Für Schweizer Banker hieße das: Besser daheim bleiben, sonst drohen vielleicht noch mehr Festnahmen.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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