Altes Land und Rundlingsdörfer im Wendland sollen auf die Liste der Unseco kommen

Hoffen aufs Weltkulturerbe

Hannover. Hoffen auf den begehrten Titel: Niedersachsen schickt die Rundlingsdörfer im Wendland und das Alte Land in das Rennen um die Auszeichnung als Weltkulturerbe der Unesco. Die Atomanlagen in Gorleben und die Elbvertiefung sollen die Bewerbungen nicht stören. Die Altstadt von Lüneburg und die Lüneburger Heide fanden in der Vorauswahl dagegen keine Gnade bei den Experten des Kulturministeriums.

„Wir kriegen keine deutsche Stadt mehr auf die Liste“, sagte Ressortchefin Johanna Wanka (CDU) in Hannover. Lüneburg sei zwar „wunderschön“, hätte später aber bei der Unesco keine Chance mehr gehabt. Europäische Altstädte seien bei den Welterben weit überrepräsentiert.

Die Rundlingsdörfer und das Alte Land stünden dagegen für zwei unterrepräsentierte Kategorien der UNESCO, nämlich Kulturlandschaften und bäuerliche Architektur, erklärte Wanka. Deswegen werde man diese jetzt bis zum 31. Juli für die Vorschlagsliste an die Kultusministerkonferenz (KMK) melden; diese entscheide dann 2013, welche deutsche Bewerbungen sie dann endgültig an das Welterbezentrum in Paris weiterleitet.

Diese Orte könnten dann ab 2017 in die Liste aufgenommen werden. In Lauerstellung warten dort bereits etwa die Speicherstadt in Hamburg und das Opernhaus von Bayreuth.

Bei den Rundlingen im Wendland handelt es sich um kreisförmig angelegte Siedlungen mit 20 bis 25 Bewohnern, deren Bauernhäuser zu einem zentralen Platz ausgerichtet sind. Die Kirche steht außerhalb, die Grundstücke sind wie Tortenstücke angelegt und werden nach außen hin mit einer hohen Hecke abgeschlossen. „Sie sind Ausdruck einer kleinteiligen Landwirtschaft, die sich bis heute erhalten hat“, erklärte der Lüchower Samtgemeindebürgermeister Hubert Schwedland voller Stolz. „Das wollen wir schützen.“ Dass das Atommüll-Zwischenlager und ein mögliches Endlager in Gorleben die Bewerbung beeinträchtigen könnten, glaubt Schwedland nicht. „Das ist 35 bis 40 Kilometer Luftlinie entfernt.“

Auch die Vertreter des Alten Landes freuten sich über die Nominierung von Europas größtem zusammen hängenden Obstanbaugebiet, das vor rund 800 Jahren von holländischen Kolonialisten entwässert worden war und seither als wegweisend gilt.

Von Peter Mlodoch

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