Bürgermeister im Amt bestohlen - Sattler verwundert über öffentliche Diskussion

Diebstahl schlägt Wellen

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Opfer eines dubiosen Diebstahls: Heinrich Sattler (CDU), Bürgermeister in Hofgeismar.

Hofgeismar. Wenn es um die Schaffung eines Ferienresorts im Reinhardswald bei Beberbeck geht, ist Hofgeismars Bürgermeister Heinrich Sattler (CDU) oft mitteilungsbereit gewesen.

Doch wenn er auf den kürzlichen Diebstahl aus seiner Amtsstube angesprochen wird, ist der Mann, der in der ehemaligen Kreisstadt bei Kassel meist „Henner“ genannt wird, zugeknöpft. Weil er laufende polizeiliche Ermittlungen auf der Suche nach dem Dieb nicht unterlaufen will, sagt er.

Mittlerweile schlagen in der Öffentlichkeit Diskussionen und Vermutungen um den Diebstahl von 2000 Euro Bargeld und Dienstreisebelege Wellen. 2500 Euro hatte sich der Bürgermeister der 16 000-Einwohner-Stadt als Vorschuss für eine Reise in die bretonische Partnerstadt Pont Aven auszahlen lassen. 1500 Euro gab er aus - unter anderem, um den Freundschaftsverein einladen zu können. 1000 Euro brachte er mit zurück. Die und 1000 Euro aus Privatbesitz sind nun samt den Spesenbelegen futsch.

Das Vorschussverfahren sei weder unrechtmäßig noch unüblich, sagte Sattler, der sein Büro nicht immer verschließt, um „keine Atmosphäre des Misstrauens“ zu schaffen. In den Nachtstunden sei ein unkontrollierbarer Zugang möglich, weil nicht er allein, sondern auch das Reinigungspersonal, über Schlüssel verfüge.

Dass in der Vergangenheit auch in den Nachbarkommunen Grebenstein und Calden Langfinger in der Verwaltung unterwegs waren, mag Sattler kaum trösten. Doch hat sein Caldener Amtskollege Andreas Dinges ein Mittel gegen Diebstahl parat: Er legt sein Geld grundsätzlich in den Tresor. Und sperrt ihn zu.

Von Peter Kilian

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