Hongkong lässt zentrale Barrikaden von Demonstranten räumen

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Nach einem Gerichtsbeschluss räumt die Polizei in Hongkong Straßenblockaden. In der Bevölkerung schwindet die Unterstützung für die Bewegung. Foto: Jerome Favre

Hongkong (dpa) - Nach mehr als siebenwöchigen Demonstrationen in Hongkong hat die Polizei Straßensperren am wichtigsten Protestlager der Aktivisten geräumt.

Beamte und Straßenarbeiter gingen gegen Barrikaden rund um ein Hochhaus im Stadtgebiet Admiralty in der Nähe von Hongkongs Regierungssitz vor. Ein Hongkonger Gericht hatte die Räumung zuvor angeordnet. Aktivisten leisteten kaum Widerstand.

Protestführer Joshua Wong sagte: "Wir respektieren die Entscheidung des Gerichtes." Aktivisten würden aber weiterhin an anderen Straßenzügen rund um den Regierungssitz bleiben, kündigte der 18 Jahre alte Vorsitzende der Oberschülervereinigung an. Mehrere Hundert Aktivisten harrten im verbliebenen Protestlager in Admiralty nahe des Regierungssitzes auf der Insel Hongkong aus.

Die Proteste hatten sich an den Plänen Pekings entzündet, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern. Seit Rückgabe der ehemaligen britischen Kronkolonie 1997 an China wird Hongkong als eigenes Territorium autonom regiert.

Anfangs hatten viele Hongkonger Bürger die Proteste unterstützt. Aber nach fast achtwöchiger Blockade von wichtigen Verkehrswegen sinkt der Zuspruch für die Aktivisten. Laut einer Umfrage der Universität Hongkong sind 70 Prozent der Hongkonger Bevölkerung gegen weitere Demonstrationen und für eine Räumung der Protestlager. 43 Prozent der Befragten sprachen sich gegen die Protestbewegung aus.

Zudem gehen Behörden auf dem Festland seit Wochen gegen Unterstützer der Proteste in Hongkong vor. Ein Aktivist aus der südchinesischen Stadt Guangzhou drohen laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International für seine öffentlich geäußerten Sympathie mit den Demonstrationen in Hongkong bis zu fünf Jahre Haft. "Das schürt die Angst, dass dies nur der Beginn einer Welle von ähnlichen Anschuldigungen gegen Unterstützer auf dem Festland sein könnte", sagte China-Forscher William Nee laut Mitteilung. Mehr als 100 Aktivisten sollen seit Beginn der Proteste festgenommen worden sein.

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