CSU-Vorsitzender in der Kritik

Juso-Chef Kühnert erhebt schwere Vorwürfe gegen Seehofer

+
Missbrauch seines Ministeriums: Juso-Chef Kevin Kühnert mit schweren Vorwürfen gegen Innenminister Horst Seehofer.

Juso-Chef Kevin Kühnert hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) in der Islamdebatte Missbrauch seines Ministeriums für den bayerischen Landtagswahlkampf vorgeworfen.

Berlin - Seehofers Ministerium betreibe "Politik in eigener Sache", kritisierte Kühnert in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" vom Dienstag. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir für dieses Spiel bis zur bayerischen Landtagswahl im Herbst immer wieder alle in Mithaftung genommen werden."

Die von einigen CSU-Politikern geäußerte Ansicht, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre, bezeichnete Kühnert als "Kampagnenstrategie", mit der die absolute Mehrheit im bayerischen Landtag verteidigt werden solle: "Die Konkurrenz von noch weiter rechts soll mit einem klassischen Identitätswahlkampf auf Distanz gehalten werden." Dabei seien Union und SPD im Bundestagswahlkampf auch daran gescheitert, zugelassen zu haben, dass Themen der AfD die öffentliche Debatte dominierten.

Kevin Kühnert.

Auch interessant: „Und jetzt, Herr Seehofer?“ - CDU-Politiker nehmen CSU-Chef in die Mangel

Kühnert über Seehofer: „Egotrip“ und Affront gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel

Seehofer habe durch seinen "Egotrip" nicht nur einen "indiskutablen politischen Stil" offenbart, sondern auch die Bereitschaft zum Affront gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Keinem CDU-Minister würde sie vergleichbare Angriffe ungestraft durchgehen lassen, und das vollkommen zu recht", schrieb Kühnert.

Auch interessant:  Seehofer im Bundestag: AfD hat Zwischenfrage - seine Reaktion sorgt für Lacher

Kritisiert wurden Seehofers Äußerungen zum Islam auch mit Blick auf außenpolitische Konsequenzen. Der SPD-Außenexperte Nils Schmid sagte dem "Handelsblatt": "Wer hierzulande versucht, Muslime auszugrenzen, hat ein Problem, wenn er sich gleichzeitig für die Rechte von Christen in islamisch geprägten Ländern einsetzt." Der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour sorgte sich um das "Ansehen Deutschlands in der Welt und unsere Vermittlerrolle im Nahen Osten".

Lesen Sie auch: Islam-Debatte spaltet Union: Dobrindt mit harscher Kritik an Merkel

Seehofer hatte Mitte März in einem Interview die Ansicht vertreten, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Dies stieß auf breite Kritik. Auch Kanzlerin Merkel widersprach dem Innenminister. Sie betonte im Bundestag, dass der Islam für sie zu Deutschland gehöre.

afp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.