Hundehalterverband gegen Kampfhundeliste

Kassel. Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) fordert eine Abschaffung der Liste angeblich gefährlicher Hunderassen. Mehr Sicherheit im Verhalten von Hunden sei nur mit mehr Sachkunde der Halter zu erreichen.

Das sagte der hessische VDH-Landesvorsitzende Reinhard Jakob. „Jede Rasse kann gefährlich sein, wenn ein Hund nicht artgerecht gehalten wird“, erklärte er. „Wissenschaftlich ist es nicht erwiesen, dass eine Rassenliste etwas bringt.“

Die Kampfhundeliste, auf der in Hessen zum Beispiel Pitbull-Terrier und Bullterrier stehen, bietet nach Einschätzung von Jakob auch den Kommunen nicht genügend rechtliche Handhabe. „Die Kommunen sagen: Wir müssen gegen auffällige Hunde gleich welcher Größe eingreifen können.“

Viele Käufer wüssten zu wenig über die Hunderasse, die sie sich zulegen, kritisierte Jakob. „Da gibt es Laufhunde, mit denen nicht ausgegangen wird. Oder es werden Doggen im siebten Stock eines Hochhauses gehalten, und sie müssen Treppen steigen.“

Er begrüßte, dass der im Landtag diskutierte SPD-Entwurf eines Hundegesetzes die Sachkunde des Halters betont. Auch sein Verband biete eine Art „Hundeführerschein“ mit Theorie und Praxis an. „Wir wollen sehen, dass der Halter den Hund führt und nicht der Hund den Halter.“

Richtig sei es aber, eine allgemeine Kennzeichnung von Hunde mit Elektrochips einzuführen, sagte Jakob. Er befürwortete auch eine allgemeine Haftpflichtversicherung für Hundebesitzer.

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