Hunderte Einsatzkräfte bergen Ameisensäure aus Lkw-Hänger

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Bohmte. Bei einem Lkw-Unfall in Bohmte im Kreis Osnabrück sind in der Ortsmitte mehrere Behälter mit ätzender Ameisensäure ausgelaufen. Rund 250 Rettungskräfte waren nach Angaben der Feuerwehr im Einsatz, um die Flüssigkeit aus einem umgekippten Lkw-Anhänger zu bergen.

Hunderte Kinder aus dem Ort hatten schulfrei.

Der Anhänger des 40-Tonners war am Dienstagabend gegen 22.30 Uhr in einem Verkehrskreisel in der Ortsmitte umgekippt. Zur genauen Unfallursache konnte ein Polizeisprecher am Donnerstag noch nichts sagen.

Wegen der Bergungsarbeiten waren die Straßen um den Unfallort weiträumig gesperrt. Weil die Dämpfe der Säure Verätzungen auslösen können, hatten mehr als 500 Schüler der nahe gelegenen Haupt- und Realschule Bohmte schulfrei. "Ein einziger Schüler kam, weil er die Nachricht nicht im Radio gehört hat", sagte Schulleiter Clemens Brunsen. "Wir haben ihn wieder nach Hause geschickt." Auch ein anliegender Kindergarten blieb für 130 Kinder geschlossen.

Der Lastwagen war auf dem Weg nach Hannover und transportierte unter anderem zehn Behälter mit jeweils zehn Litern Ameisensäure, die beispielsweise in der chemischen Industrie und in Reinigungsmitteln verwendet wird. "Wenn die Dämpfe in die Umwelt gelangen, sind sie für die Atemwege und bei Hautkontakt ätzend", sagte ein Polizeisprecher. In Schutzanzügen und Atemmasken mussten Feuerwehrleute mehrere Tonnen anderer Materialen aus dem umgekippten Hänger entladen, um an die Behälter mit der gefährlichen Flüssigkeit zu gelangen. Die Bergungsarbeiten konnten erst am Mittwochnachmittag beendet werden.

Auch Umweltexperten der Stadt Osnabrück waren vor Ort, um die Gefahrenlage zu beurteilen. Wie viele Liter der Säure freigesetzt worden sind, blieb zunächst unklar. Rund 20 Anwohner mussten nach dem Unfall zur Sicherheit ihre Häuser verlassen und die Nacht in einer Unterkunft der Gemeinde verbringen.

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