Im Zeichen der Solidarität 

Hunderte Menschen demonstrieren gegen Abschiebungen nach Afghanistan

In Hamburg und Rostock haben am Samstag insgesamt rund 1400 Menschen friedlich gegen Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan demonstriert.

Hamburg/Rostock - In Hamburg zogen nach Angaben der Polizei rund 1200 Menschen vom Hauptbahnhof in Richtung Mönckebergstraße in der Innenstadt. In Rostock protestierten nach Angaben der Veranstalter etwa 200 Teilnehmer gegen den Besuch des afghanischen Präsidenten Ahsraf Ghani bei der Münchner Sicherheitskonferenz. 

„Keine Deals mit Menschenleben“

Unter dem Slogan „Keine Deals mit Menschenleben“ forderten sie ein Ende der Abschiebe-Abkommen. Die Polizei zählte rund 150 Demonstranten in Rostock. Nach Information deutscher Asylaktivisten könnte der nächste Abschiebeflug für den 20. Februar geplant sein.

Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, weil sich dort der Krieg mit den radikalislamischen Taliban und zunehmend mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) seit Ende der Nato-Kampfmission im Dezember 2014 drastisch verschärft. In der Hauptstadt Kabul, Zielort der Abschiebeflüge, gab es 2017 mehr als 20 schwere Anschläge mit mehr als 500 Toten. Im Januar 2018 verübten Taliban und IS vier weitere Attentate und Überfälle mit rund 150 Toten, unter anderem auf ein großes Hotel. Dort starb auch eine deutsche Entwicklungshelferin.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild) 

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