Nach jahrelanger Stilllegung

Atomreaktor in Nordkorea läuft offenbar wieder

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Der Reaktor in Yongbyon.

Wien - Nordkorea hat seinen jahrelang stillgelegten Atomreaktor Yongbyon nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) offenbar wieder in Betrieb genommen.

Darauf deuteten Satellitenbilder hin, hieß es in einem IAEA-Bericht, der der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vorlag. Mit dem Betrieb des Reaktors wäre das isolierte Land in der Lage, Plutonium für Atomwaffen herzustellen.

Seit Ende August 2013 habe die IAEA bei der Auswertung von Satellitenbildern den Abfluss von Kühlwasser sowie das Entweichen von Dampf aus dem Reaktor festgestellt, erklärte die Behörde. Diese Beobachtung deuteten darauf hin, dass die Anlage in Betrieb sei. Da Nordkorea den Atominspektoren der IAEA seit 2009 den Zugang zu der Anlage verweigere, lasse sich die Vermutung jedoch nicht überprüfen, hieß es in dem Bericht.

Genug Plutonium für eine Atombombe

Der Reaktor in Yongbyon kann theoretisch im Jahr sechs Kilogramm Plutonium produzieren - genug für eine Atombombe. Die Anlage war 2007 im Zuge eines Hilfe-gegen-Abrüstung-Programms mit dem Westen stillgelegt worden. Nach dem jüngsten nordkoreanischen Atomtest im vergangenen Jahr hatte Pjöngjang jedoch mit der Renovierung von Yongbyon begonnen. Die nordkoreanische Führung gibt an, in der Anlage niedrig angereichertes Uran für einen Leichtwasserreaktor zu produzieren.

Der Bau des Gebäudes für diesen Leichtwasserreaktor ist nach Einschätzung der IAEA offenbar seit Juni vergangenen Jahres abgeschlossen, seitdem sei dort aber fast nichts geschehen, hieß es in dem Jahresbericht.

Im vergangenen Monat hatte bereits das US-Institut für Wissenschaft und Internationale Sicherheit (Isis) unter Berufung auf Satellitenbilder von Aktivitäten in Yongbyon berichtet. Diese zeigten, dass das Land sowohl die "Produktion von waffenfähigem Plutonium als auch von angereichertem Uran für sein Atomwaffenprogramm" vorantreibe, erklärten die Experten.

Nordkorea führte bislang drei Atomtests durch

Nordkorea verfügt nach Einschätzung westlicher Experten bereits über genügend Plutonium zum Bau von sechs Atombomben. Das Land hat bislang drei Atomtests durchgeführt.

Nordkorea kündigte derweil die Abschiebung eines Südkoreaners an, der in einem ungewöhnlichen Fall in den verarmten kommunistischen Staat übergelaufen war. Der Mann habe illegal die Grenze übertreten, erklärte das nordkoreanische Rote Kreuz laut der Nachrichtenagentur KCNA. Er habe den Ermittlern berichtet, es sei ihm "schwer gefallen, in Südkorea zu leben" und habe gebeten, seine Familie nach Nordkorea holen zu dürfen. Nordkorea habe jedoch entschieden, den Mann in seine Heimat zurückzuschicken.

Seit dem Ende des Korea-Krieges 1953 gelang mehr als 26.000 Nordkoreanern die Flucht in den Süden. Überläufer in die Gegenrichtung sind extrem selten.

AFP

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