Syrische Opposition

Islam-Prediger Führer der Assad-Gegner

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Maath al-Khatib

Doha - Ein Islam-Prediger an der Spitze der syrischen Opposition: Nach mehreren Verhandlungstagen in Katar haben die Assad-Gegner eine Führungsgruppe gegründet.

Zum Präsidenten der Organisation wurde der 52-jährige Imam Maath al Chatib aus Damaskus gewählt, der seit Beginn des Volksaufstandes selbst mehrmals von den syrischen Behörden festgenommen wurde. Die Oppositionsführer Riad Seif und Suheir Atassi wurden am Sonntag zu den Vizepräsidenten bestimmt.

Blutige Proteste in Syrien

Blutige Proteste in Syrien

Die neue Gruppe solle den Namen Syrische Nationalkoalition für Opposition und Revolutionäre Kräfte tragen, sagte Ali Sadr el Din Bajanuni, der an den Verhandlungen beteiligt war, am Sonntag. Auch Vertreter der derzeit größten oppositionellen Vereinigung, des Syrischen Nationalrats (SNC), sind beteiligt. Der SNC hatte sich zuvor gegen die Gründung eines neuen Führungsgremiums gewehrt, da er darin seinen eigenen Einfluss gefährdet sah. Im neuen Gremium soll der SNC 22 von insgesamt 60 Sitzen erhalten.

Auch Aktivisten aus Syrien und Rebellenkommandeure sollen in der Gruppe vertreten sein. Dem gemeinsamen Entschluss der unterschiedlichen Oppositionsgruppen waren mehrtägige Verhandlungen in der katarischen Hauptstadt Doha vorausgegangen. Die Einigung könnte die Bemühungen der Opposition um internationale Unterstützung im Kampf gegen das Regime von Präsident Baschar Assad vorantreiben.

Westen mahnte Neuaufstellung an

Die USA und andere westliche Staaten hatten zuletzt eine neue Struktur der syrischen Opposition gefordert, die als zutiefst zerspalten galt. Der SNC, der zuletzt hauptsächlich aus Exilsyrern und Akademikern bestand, wurde als ineffektiv kritisiert. Die Gewalt in Syrien dauert inzwischen seit 20 Monaten an und kostete nach Angaben von Aktivisten bislang mehr als 36.000 Menschen das Leben. Die Opposition hofft auf Waffen aus dem Ausland.

Die neue Führungsgruppe werde bereits unter anderem von Saudi-Arabien, Ägypten und der Türkei unterstützt, sagte Wael Mersa vom Syrischen Nationalrat. Dies könne „neue Kanäle für die Finanzierung“ öffnen. Der SNC werde zwar an seiner Unabhängigkeit als Gruppe festhalten, wolle aber die neue Nationalkoalition aus Oppositionskräften ohne Vorbehalte unterstützen, sagte Mersa.

Die am Sonntag erzielte Einigung sieht auch die Bildung einer Übergangsregierung vor. Zudem sei eine Konferenz auf nationaler Ebene geplant, sobald das Assad-Regime entmachtet sei, heißt es in einem Entwurf, der der Einigung zugrunde liegt. Das US-Außenministerium begrüßte die Neuaufstellung. Die USA freuten sich auf eine Zusammenarbeit, um die blutige Herrschaft Assads zu beenden, hieß es in einer Mitteilung.

dapd

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