US-Regierung alarmiert

Drogenbanden fluten USA mit billigem Heroin - über 90 Tote täglich

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Soldaten des mexikanischen Heeres rodeten am 18. Oktober im Bundesstaat Chihuahua ein illegales Schlafmohnfeld. Aus dem Rohopium wird in versteckten Labors Heroin hergestellt. Jeden Tag sterben über 90 Menschen in den USA an einer Opioid-Überdosis. Die US-Regierung will den nationalen Notstand ausrufen.

Seit 2011 sterben jährlich mehr US-Bürger an Drogen als an Verkehrsunfällen, Suiziden oder Morden. Zuletzt waren es weit über 50.000 Tote. 

Washington - Mexikos Verbrechersyndikate kontrollieren weite Teile des Drogengeschäfts in den Vereinigten Staaten. „Die mexikanischen Kartelle sind die größte drogenkriminelle Bedrohung für die USA. Keine andere Gruppe ist derzeit in der Lage, sie herauszufordern“, heißt es in dem neuen Bericht der US-Antidrogenbehörde DEA. Die grassierende Opioid-Krise mit über 90 Toten pro Tag werde von den Mexikanern weiter befeuert.

„Schlafmohn-Anbau und Heroin-Produktion in Mexiko steigen immer weiter. Den Drogenhändlern steht sehr pure und günstige Ware zu Verfügung, die sie in den ganzen USA in den Markt drücken“, schreiben die Analysten der DEA. Auch illegales Fentanyl und andere synthetische Opioide würden in Mexiko hergestellt und in die Vereinigten Staaten geschmuggelt.

„Die mexikanischen Kartelle kontrollieren die wichtigen Schmuggelrouten und schaffen jedes Jahr große Mengen Heroin, Kokain, Methamphetamine, Marihuana und möglicherweise auch Fentanyl in die USA“, heißt es in dem DEA-Bericht. Die mächtigsten mexikanischen Verbrechersyndikate seien das Sinaloa-Kartell, das Kartell Jalisco Nueva Generación, das Juárez-Kartell, das Golf-Kartell, die Zetas und die Organisation Beltrán-Leyva.

Über 50.000 Drogentote jährlich

Die DEA nannte in ihrem Bericht keine Zahlen über Drogentote für das aktuelle Jahr. Die letzten Angaben stammen aus 2015. In dem Jahr starben demnach 52.404 Menschen an einer Drogen-Überdosis. Im Vergleich dazu gab es den Angaben zufolge 44.193 Suizide, 37.757 Verkehrstote und 17.793 Morde. Von den über 50.000 Drogentoten waren rund 20.000 an einer Überdosis eines verschreibungspflichtigen Opioids gestorben, bei rund 12 900 war es Heroin.

Grenzmauer soll Drogenschmuggel stoppen

US-Präsident Donald Trump hält an seinen Plänen fest, eine Grenzmauer zu Mexiko bauen zu lassen. „Wir müssen verhindern, dass die Drogen weiter zu uns herüberfließen“, erklärte der Präsident immer wieder. Die Finanzierung bleibt weiter unklar. Mexiko ist weiterhin nicht bereit sich an den Kosten zu beteiligen.

dpa

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