Schnell rein, schnell raus: Zahl der Einbrüche in Nordhessen explodieren

Wiesbaden. Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Nordhessen ist im vergangenen Jahr regelrecht explodiert. Laut Kriminalstatistik stieg sie um 525 Fälle (63,3 Prozent) auf 1354 Einbrüche. Noch schlimmer war der Anstieg im Bereich der Polizeidirektion Kassel.

aktualisiert um 18.15 Uhr

Dort stieg die Zahl von 369 um 85,3 Prozent auf 684 Einbrüche. Landesweit betrug der Anstieg dagegen neun Prozent auf 10.874 Fälle. Innenminister Boris Rhein (CDU) bezeichnete die Entwicklung in Hessen als „das Sorgenkind der Polizei“. Rhein machte dafür unter anderem die zentrale Lage Hessens verantwortlich. Sie führe dazu, dass Einbrecher nach der Divise „schnell rein und schnell raus“ agierten.

Dies gelte vor allem für das Rhein-Main-Gebiet. Sprachlos indes blieb das Ministerium angesichts der Entwicklung in Nordhessen, die sich deutlich von Süd- und Mittelhessen abhebt. In der Region sank zudem die Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruch um 4,1 Prozenpunkte auf 12,9 Prozent.

Rhein hatte die nordhessischen Zahlen weder erwähnt noch konnte sein Haus anschließend eine Erklärung liefern. Aus dem Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel war erst am Abend zu erfahren, bei den festgenommenen Tätern habe es sich hauptsächlich um Drogenabhängige gehandelt. Im Übrigen bewege sich die Zahl der Einbrüche noch immer auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Im PP Nordhessen soll es am Dienstag eine Pressekonferenz geben. Laut Landespolizeipräsident Udo Münch werden ab März auch in Kassel spezielle Tatortgruppen vorgestellt, die es im Rhein-Main-Gebiet bereits gibt. Insgesamt zeichnete Rhein ein erfreuliches Bild: Die Aufklärungsquote sei mit 58,5 Prozent (2010: 58,3) stabil und die Zahl der Straftaten in Hessen erstmals seit vielen Jahren auf unter 400 000 gesunken. (wet/bal)

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