Immer mehr Krankheitstage wegen psychischer Leiden

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Laut "Gesundheitsatlas 2015" haben die Krankheitstage wegen psychischer Störungen innerhalb der vergangenen zehn Jahre deutlich zugenommen. Foto: Oliver Berg

Seelische Störungen sind für immer mehr Krankheitstage verantwortlich - allerdings heißt dies nicht unbedingt, dass sie auch häufiger vorkommen. Ärzte diagnostizieren sie aber immer öfter.

Berlin (dpa) - Psychische Erkrankungen sind für immer längere Ausfallzeiten der Beschäftigten in Deutschland verantwortlich. Darauf hat der Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) bei der Vorstellung seines "Gesundheitsatlas 2015" in Berlin aufmerksam gemacht.

Rund 15 Prozent aller Krankentage mit ärztlichem Attest gehen demnach auf psychische Erkrankungen zurück - vor allem Depressionen. Im Schnitt dauern Krankschreibungen in diesen Fällen 40 Tage. Die Krankentage wegen seelischer Leiden haben sich im Vergleich zu 2003 mehr als verdoppelt.

Zwar hätten Studien in den vergangenen Jahren keine relevante Zunahme bei psychischen Störungen verzeichnet, berichteten die BKKen unter Berufung etwa auf Erhebungen des Robert-Koch-Instituts. Doch mehr Menschen akzeptierten ihr psychisches Leiden und nähmen Hilfe in Anspruch.

"Die heutzutage umfangreicheren Kenntnisse psychischer Krankheitsbilder bei Allgemeinmedizinern und Hausärzten tragen ebenfalls zum Anstieg der Krankschreibungen wegen psychischer Probleme bei", erläuterte Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbands.

Bei Frauen kamen solche Diagnosen häufiger vor als bei Männern, bei Arbeitslosen häufiger als bei Beschäftigten.

Depressionen werden dem "Gesundheitsatlas 2015" zufolge insbesondere in Süddeutschland, Bayern und Baden-Württemberg, häufiger diagnostiziert als im Norden oder Osten Deutschlands. In Großstädten wie Berlin, Hamburg, München werden laut der Erhebung mehr seelische Leiden attestiert als in ländlichen Gegenden.

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