Immer wieder Feuer in Mastanlagen - Auch Tierschützer unter Verdacht

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1000 Tiere starben: Feuerwehrleute löschen eine Schweinemastanlage im Wolfsburger Stadtteil Sülfeld.

Hannover. Immer wieder brennen in Niedersachsen große Mastanlagen. Sowohl bei Tierschützern als auch bei Anwohnern stoßen die Betriebe meist auf massive Gegenwehr. Nach lauten Protesten und Drohungen steht daher oft auch ein Verdacht im Raum: Brandstiftung.

Gleich zweimal innerhalb einer Woche sind in Niedersachsen Tiermastbetriebe in Flammen aufgegangen. Vergangene Woche Freitag verbrannten in Wolfsburg 1000 Tiere einer Schweinezuchtanlage in ihren Ställen. Nur wenige Tage zuvor hatte ein Feuer den leeren Neubau eines Hühnermastbetriebs im Kreis Peine zerstört. Eine unangenehme Frage drängt sich Ermittlern wie Beobachtern auf: Bringen hier gewaltbereite Tierschützer Leben in Gefahr?

Im Fall des Hühnermastbetriebes spricht vieles für Brandstiftung. Schon vorher gab es massive Proteste gegen den Betrieb. Die Bürgerinitiative Alvesse/Üfingen wollte den Bau der Ställe verhindern und hielt Mahnwachen am Hof des Betreibers ab.

Seit Anfang der Woche kursiert außerdem ein Bekennerschreiben im Internet. Die Polizei in Salzgitter prüft derzeit die Echtheit des Schreibens. Die Ermittlungen gehen aber weiter in Richtung Brandstiftung - vorsätzlich oder fahrlässig.

„Wir distanzieren uns ganz deutlich von so etwas wie Brandstiftung“, erklärt Eckehard Niemann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, kurz AbL. Die Initiative kämpft gegen Massentierhaltung.

Für wahrscheinlicher hält Niemann einen technischen Defekt als Brandursache. Häufig seien fehlerhafte Heizgeräte und Ähnliches für Feuer in Mastanlagen verantwortlich. Die AbL fordert deshalb strengere Brandschutzauflagen - zum Wohl von Mensch und Tier. Noch klarer ist für die Aktivisten der Fall in Wolfsburg: „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Tierschützer einen Stall mit Tieren anzünden würden.“

Das Landvolk Niedersachsen verfolgt die Ereignisse mit großer Sorge. Sprecherin Gabi von der Brelie ist über das Vorgehen mancher Tierschützer empört: „Man kann anderer Meinung sein, aber es gibt Grenzen.“ Im Fall des Hühnermastbetriebes hält sie Brandstiftung für wahrscheinlich. „Es wurde massiver Druck auf den Bauern ausgeübt“, kommentiert die Sprecherin das Vorgehen der Bürgerinitiative.

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