Impfen wird Pflicht 

Kita-Verbot und Bußgelder: Diese harten Konsequenzen könnten künftig Impfgegnern drohen

+
Ohne Impfung gegen Masern könnte es für Kinder ab März kommenden Jahres schwierig werden (Symbolbild). 

Unangenehme Konsequenzen könnten bald Kindern von Impfgegnern drohen - etwa in Form eines Kita-Verbots. Auch Bußgelder bis zu 2500 Euro sind denkbar. 

Update 18. Oktober, 7.20 Uhr: Die Kinderärzte unterstützen die geplante Impflicht gegen Masern in Kitas und Schulen, werben aber auch für weitere Maßnahmen. „Alle Kinder sollten gegen Masern geimpft werden, weil das ihr Leben schützt“, sagte Hans-Iko Huppertz, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, der Deutschen Presse-Agentur. „Dass künftig ein gewisser Zwang da ist, ist sicherlich gerechtfertigt.“ Auch der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, begrüßte die Impfpflicht. „Das ist ein ganz wichtiges Werkzeug, um die Masern endlich auszurotten“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ/Freitag).

Der Bundestag berät am Freitag erstmals über entsprechende Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Ab März 2020 müssen Eltern demnach vor Aufnahme ihrer Kinder in Kitas oder Schulen nachweisen, dass diese geimpft sind. Die Pflicht soll auch für Personal in Kitas und Schulen sowie für Beschäftigte in medizischen Einrichtungen kommen.

Meldung vom 17. Oktober: Berlin - Wer sein Kind auch künftig nicht gegen Masern impfen will, könnte dies ab März kommenden Jahres unangenehm zu spüren bekommen. Der Weg zur Kita wird versperrt, bei Schülern droht ein Bußgeld - so steht es in dem geplanten Gesetz, das der Bundestag am Freitag erstmals berät.

Der Gesundheitsminister will zudem Opfer von Vergewaltigungen besser unterstützen. Opfer solcher Straftaten müssen bisher die Kosten einer Spurensicherung oft selbst bezahlen. Das will Jens Spahn nun ändern, zu einer Kassenleistung.

Impfpflicht in Kitas und Schulen: Impfgegner drohen Konsequenzen

Vor der Aufnahme in Kindertagesstätten, Schulen, anderen Gemeinschaftseinrichtungen und bei der Tagespflege müssen alle Kinder nachweisen, dass sie geimpft sind. Das gilt auch für alle, die an solchen Stellen arbeiten - sowie das Personal in medizinischen Einrichtungen. Auch in Flüchtlingsunterkünften gilt die Impfpflicht für alle. Nachgewiesen werden kann die Impfung durch den Impfausweis oder das gelbe Kinderuntersuchungsheft.

Wer schon vor Inkrafttreten des Gesetzes am 1. März 2020 eine Gemeinschaftseinrichtung besucht oder dort gearbeitet hat, muss den Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erbringen. Menschen, die vor 1970 geboren wurden oder denen gesundheitliche Schäden drohen, sind von der Impfpflicht ausgenommen. Sie gilt auch für jene, die die Krankheit bereits hatten.

Hunderte Masernfälle in diesem Jahr: So soll das „Masernschutzgesetz“ aussehen, das die Impfung verpflichtend machen könnte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die von ihm geplante Masern-Impfpflicht im Übrigen schon gegen Kritik verteidigen müssen. 

Bußgelder und Kita-Vorbot für Impfgegner: Schutzimpfungen als Pflicht 

Nichtgeimpfte Kinder können vom Besuch der Kita ausgeschlossen werden. Wer sich als Mitarbeiter einer Gemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtungen verweigert, darf dort keine Tätigkeiten aufnehmen. Eltern, die ihre Schulkinder nicht impfen lassen, müssen mit Bußgeldern von bis zu 2500 Euro rechnen. Das Bußgeld kann auch gegen Kindertagesstätten verhängt werden, die nicht geimpfte Kinder zulassen. Gleiches gilt auch für Personal in Gemeinschaftseinrichtungen, Gesundheitseinrichtungen und Asylbewerberunterkünften.

Muss Nicht impfen bestraft werden? In diesem Kommentar auf Merkur.de* hat der Autor eine klare Meinung. 

Impfung gegen Masern: Diese Ärzte können die Schutzimpfung vornehmen

Vornehmen können die Schutzimpfung alle Ärzte - außer den Zahnärzten. Die Dokumentation von Schutzimpfungen soll auch in elektronischer Form möglich sein. Damit soll ermöglicht werden, Patienten automatisiert an Termine für Auffrischimpfungen zu erinnern. Damit der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) wieder mehr freiwillige Reihenimpfungen in Schulen vornehmen kann, sollen die Krankenkassen die Kosten übernehmen.

AFP

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Nicht nur das Thema Impfen polarisiert in Deutschland. Auch rund um das Tempolimit auf deutschen Autobahnen gibt es große Diskussionen. Den Antrag der Grünen hat der Bundestag nun abgelehnt.

Aus einem ganz anderen Grund hat Ex-Außenminister Sigmar Gabriel eine düstere Prognose für Deutschland. Bei Maybritt Illner äußerte er sich zur Lage in Syrien. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.