Indizien für Ungereimtheiten bei G36-Qualitätskontrolle

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Nach monatelanger Prüfung hatte eine vom Verteidigungsministerium eingesetzte Expertengruppe dem Sturmgewehr G36 mangelnde Treffsicherheit bescheinigt. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Berlin (dpa) - Bei der Qualitätskontrolle für das ungenau schießende Sturmgewehr G36 hat es nach einem "Spiegel"-Bericht Ungereimtheiten gegeben.

Interne Dokumente des früheren Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) legten den Verdacht nahe, dass BWB-Beamte und Mitarbeiter des Herstellers Heckler & Koch hierbei über Jahre hinweg Vorschriften missachtet haben, schreibt das Nachrichtenmagazin.

Im Dezember 2006 hat demnach ein Ingenieur des BWB-Bereichs "Qualitätssicherung Waffen" der Behördenspitze berichtet, Heckler & Koch verfüge - gegen alle Vorschriften - über eine Lasersoftware mit dem amtlichen Prüfsiegel. Damit könne das Unternehmen seine Waffen selbst als amtlich geprüft markieren. Die Firma führe somit diese hoheitliche Maßnahme mit eigenen nachgemachten Siegeln aus. Die permanente Anwesenheit eines BWB-Mitarbeiters sei laut Güteprüfstelle der Bundeswehr in Oberndorf "aufgrund der vertrauensvollen Zusammenarbeit" mit Heckler & Koch "entbehrlich".

Im März 2007 habe die BWB-Dienstaufsicht nach eingehender Prüfung erklärt: Infolge der Beschwerde seien geeignete Maßnahmen eingeleitet worden, "die eine der geltenden Vorschriftenlage entsprechende Kennzeichnung von Waffen gewährleisten". Der "Spiegel" zieht daraus den Schluss, dass dies bis 2007 offenbar nicht der Fall gewesen sei.

Heckler & Koch wollte dem Bericht zufolge zu den Vorwürfen nicht konkret Stellung nehmen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, die externen Sachverständigenkommissionen würden den Fragen penibel nachgehen.

Nach monatelanger Prüfung hatte eine vom Verteidigungsministerium eingesetzte Expertengruppe dem Sturmgewehr G36 mangelnde Treffsicherheit bescheinigt.

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