Gewerkschaft und Gemeinden fordern mehr Hilfe für behinderte Schüler

Inklusion nicht als Sparmodell

Eberhard Brandt, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

OSNABRÜCK. Für die Pläne, behinderte und nichtbehinderte Kinder in Niedersachsen stärker gemeinsam zu unterrichten, haben Gewerkschaft und Kommunen mehr Unterstützung vom Land gefordert. Sowohl das bereitgestellte Geld als auch die Zahl der Lehrer für die Umsetzung der sogenannten Inklusion reichten nicht aus, sagte der Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eberhard Brandt, gestern in Hannover.

Die Kommunen befürchten, dass die Pädagogen die Leidtragenden werden könnten. „Inklusion darf in Niedersachsen nicht ein Modell zur Kürzung von Lehrerstellen sein“, sagte der Osnabrücker Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) nach einer Sitzung mit Amtskollegen.

Die bisherigen Planungen mit nur 20 zusätzlichen Lehrkräften in den ersten Klassen seien enttäuschend, meinte Brandt. Für die weiteren Grundschuljahrgänge seien nur jeweils zehn zusätzliche Stellen vorgesehen. Die laufenden Gesetzesberatungen gehen aus Sicht der Gewerkschaft in die falsche Richtung. „Ohne eine erhebliche Verbesserung der Personalausstattung der Grundschulen und eine zielgenaue Steuerung darf das Gesetz nicht verabschiedet werden.“ Auch ein Nachtragshaushalt sei nötig.

Es seien bereits zusätzliche Mittel bereitgestellt worden, heißt es dazu aus dem Kultusministerium. Bis zu den Jahren 2018 und 2019 seien rund 45 Millionen Euro veranschlagt. 955 Lehrerstellen werde es bis 2019 geben. „Die Schulen werden die erforderliche Unterstützung erhalten“, sagte eine Ministeriumssprecherin. Natürlich sei Inklusion nicht zum Nulltarif zu haben.

Die Kommunen schlagen vor, dass das Land beim Aufbau von Schwerpunktschulen hilft. Denn es sei nicht sinnvoll, dass jede Schule auch jede Art von Behinderung betreuen können müsse, sagte Oberbürgermeister Pistorius. Schwerpunktschulen könnten sich beispielsweise entweder gezielt um körperlich behinderte Kinder kümmern, andere um geistig gehandicapte Kinder. Kosten, die durch den Umbau von Schulen entstehen, müssten vom Land getragen werden. (lni) Foto:  dpa

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