Fußballkrawallos: Innenminister plädiert für hartes Vorgehen

Wiesbaden. In der Diskussion um gewalttätige Fußballfans hat Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) erneut ein hartes Vorgehen gefordert. Neben Meldeauflagen und Stadionverboten müssten alkoholisierte Fans in den Stadien gezielt kontrolliert werden.

„Das ist ein Mittel, über das man auch in Hessen nachdenken sollte“, sagte der Innenminister der dpa. Dabei könne Eintracht Frankfurter dem Beispiel von Bundesligavereinen wie Schalke 04 oder dem Hamburger SV folgen, die mit Stichproben bereits gegen Promillesünder vorgingen.

Zudem plädierte der CDU-Mann in dem dpa-Gespräch weiterhin für V-Leute zur Beobachtung von Extremisten. „Es wird nicht ohne Quellen gehen, wenn wir etwas über die Strategie von Extremisten erfahren wollen.“ Der Verzicht auf V-Leute sei gefährlich und werde im Übrigen von der Innenministerkonferenz nicht gefordert, warnte Rhein, der derzeit Vorsitzender des Gremiums ist. „Dann wären wir in der Tat auf dem rechten Auge blind.“

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat vor wenigen Tagen allen Bundesländern und dem Bund empfohlen, ihrem Land zu folgen und alle V-Leute aus den NPD-Führungsgremien abzuziehen. Damit könne ein Verfahrenshemmnis auf dem Weg zum NPD-Verbot beseitigt werden. Ähnlich hatte sich zuvor der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) geäußert.

Wegen der unklaren Rolle von V-Leuten in NPD-Vorständen hatte das Bundesverfassungsgericht 2003 ein erstes Verbotsverfahren gestoppt. (dpa)

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