"Spiegel"-Artikel: Vorwürfe gegen Boris Rhein

Innenminister weist Kontakte zu Hells Angels zurück

Wiesbaden. Der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) hat Medienberichte über mögliche Kontakte zu den „Hells Angels“ kategorisch zurückgewiesen. „Ich habe weder Kontakte zu den 'Hells Angels', noch unterstütze ich diese Gruppierung oder treffe Absprachen mit ihnen.“, sagte er bei einer Pressekonferenz.  

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zitiert in seiner neuen Ausgabe angebliche Polizeiprotokolle von abgehörten Gesprächen der „Hells Angels“. Darin habe ein Rocker Rheins Hilfe bei Auseinandersetzungen um die Straßenprostitution im Frankfurter Bahnhofsviertel gelobt. Der Minister habe sogar mit Mitgliedern der Rockergruppe gesprochen, die in dem Viertel mehrere Bordelle kontrollieren.

Aktualisiert um 17.34 Uhr

Die Polizei gehe im Bahnhofsviertel gegen Drogenhandel und illegale Prostitution vor, erklärte Rhein. Wenn das von „Hells Angels“ als Hilfe gedeutet werde, sei es „eine sehr unschöne, aber von mir definitiv nicht gewollte Nebenwirkung“. Rhein berichtete, dass er noch als Innenstaatssekretär im März 2010 an einer Begehung des Viertels teilgenommen habe. Dabei hätten ihn verschiedene Menschen angesprochen. Er wisse nicht, ob dazu auch Mitglieder der „Hells Angels“ zählten. „Sie haben sich mir gegenüber nicht zu erkennen gegeben.“

Eine Razzia im Oktober 2010, über die der „Spiegel“ berichtete, habe er nur aus der Befehlsstelle der Polizei mitverfolgt. Das Durchstechen der internen Abhörprotokolle an die Medien sei an die Staatsanwaltschaft übergeben worden, sagte Rhein. Diese ermittele nun. Der hessische Minister, der zurzeit auch die Konferenz der Innenminister leitet, äußerte sich nicht zur Frage eines möglichen Verbots der Rockergruppe: „Über Verbote spricht man nicht, Verbote vollzieht man.“

Die SPD begrüßte in einer Mitteilung, dass Rhein sich zu den Vorwürfen im Innenausschuss des Parlaments äußern will. Der Minister müsse dabei alle Verdachtsmomente ausräumen. Auch die Grünen sprachen sich für eine lückenlose Aufklärung aus. Für die Linken-Fraktion ist dazu eine unabhängige Institution außerhalb Hessens nötig.  (dpa/rpp)

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