Atombehörde verabschiedet Iran-Resolution

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Ein Atomkraftwerk in Buschehr im Südiran.

Wien/Washington - Die Internationale Atombehörde hat den Iran wegen mangelnder Kooperation scharf kritisiert. Die Zweifel an der zivilen Ausrichtung des iranischen Atomprgramms wachsen.

Der Gouverneursrat der IAEA forderte Teheran mit großer Mehrheit auf, internationale Sorgen über sein Atomprogramm auszuräumen. Nur Kuba stimmte im 35 Mitglieder zählenden IAEA-Führungsgremium am Donnerstag gegen eine entsprechende Resolution, die von den fünf ständigen Sicherheitsratsmitgliedern USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich sowie Deutschland eingebracht wurde. Drei Länder - Ecuador, Tunesien und Ägypten - enthielten sich.

Die EU hatte zuvor dem Iran vorgeworfen, sich der internationalen Sorgen über sein Atomprogramm nicht anzunehmen. In einer EU-Erklärung an den Gouverneursrat hieß es, der Iran habe sich nicht „ernsthaft und ohne Vorbedingungen an Gesprächen beteiligt“, die die internationale Gemeinschaft davon überzeugen sollten, dass der Iran keine eigenen Atomwaffen bauen wolle. Der Iran hat immer wieder betont, Atomkraft nur zu zivilen Zwecken nutzen zu wollen.

Die EU erklärte, sie teile „die andauernden ernsten Sorgen“ der IAEA über das iranische Atomprogramm. Zu den besorgniserregenden iranischen Aktivitäten gehöre die mutmaßliche „Entwicklung einer atomaren Ladung für eine Rakete“. In der am Mittwoch eingereichten Erklärung hieß es weiter, die EU teile die Entschlossenheit mit anderen Weltmächten, eine diplomatische Lösung über die „ausschließlich friedliche Natur des iranischen Atomprogramms“ herbeizuführen.

Militärschlag könnte Programm nur verzögern

Unterdessen kamen 30 frühere US-Diplomaten und Offiziere zu dem Schluss, dass ein US-Angriff auf den Iran das Streben Teherans nach der Atombombe lediglich verzögern könnte. Um mehr als ein vorübergehendes Aussetzen des Atomprogramms zu erreichen, sei eine militärische Operation samt Besetzung nötig, heißt es in einem Gutachten. Ein solcher Einsatz sei aber anspruchsvoller als die Kriege im Irak und in Afghanistan zusammen.

Ein umfangreicher US-Militärschlag könne die iranischen Fähigkeiten zum Bau von Atomwaffen um bis zu vier Jahre verzögern. „Wir glauben nicht, dass dies zu einem Regimewechsel, einem Zusammenbruch des Regimes oder einer Kapitulation führt“, heißt es in dem Papier. Und weiter heißt es, dass solch ein Angriff den Antrieb des Irans zum Bau einer Bombe bestärken würde. Zum Teil auch deswegen, weil die iranische Führung glaube, sich so vor weiteren US-Angriffen schützen zu können.

dapd

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