Interview mit syrischen Diktator

Todenhöfer: So war mein Gespräch mit Assad

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Im Exklusiv-Gespräch: Jürgen Todenhöfer (l), Publizist und Nahost-Kenner, der mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Damaskus - Am Sonntagabend hat die ARD ein Exklusiv-Interview mit dem syrischen Präsidenten Baschar El Assad ausgestrahlt. Wie der Publizist Jürgen Todenhöfer das Gespräch erlebte.

Für den Nahost-Experten Jürgen Todenhöfer war das Gespräch mit dem syrischen Präsidenten Assad ein Drahtseilakt. Die ARD stellte exakte Bedingungen für das Interview, das am 5. Juli in Damaskus aufgezeichnet wurde - die syrische Regierung allerdings auch. Das berichtet Todenhöfer in einem Gastbeitrag in der "Bild"-Zeitung. "Kein ausländischer Kameramann durfte während des Interviews in den Aufnahmeraum", berichtet der frühere Bundestagsabgeordnete (CDU).  

Er habe an Assad vieles zu kritisieren, schreibt Todenhöfer. "Er trägt die Verantwortung, dass seine Sicherheitskräfte bei den ersten Protesten in Deraa in die Menge schossen und Zivilisten töteten." Wer allerdings den Krieg mit dem Slogan beschreibe: ,Ein Diktator tötet sein eigenes Volk`, habe "nichts verstanden".

Aus den friedlichen Demonstrationen der ersten Monate sei längst ein Krieg staatlicher Sicherheitskräfte gegen schwer bewaffnete Rebellen geworden. Die radikalisierten Gruppen der Rebellen würden gezielt Zivilisten töten und diese anschließend als Opfer der Regierung ausgeben.

Von seinem Treffen mit Baschar al-Assad schreibt Todenhöfer: "Der syrische Präsident ist anders als all die Diktatoren, die ich in meinem politischen Leben kennenlernen musste." Er sei stiller, nachdenklicher Mann und habe so leise gesprochen, dass der Journalist Probleme hatte, ihn zu verstehen. Alle seine Fragen habe der Präsident "betont freundlich beantwortet".

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