Nicht klein bei geben

Iran setzt Tanker fest - nun gibt es erstmals Kontakt zur Besatzung

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Britischer Öltanker "Stena Impero" in der Straße von Hormus.

Der Iran-Konflikt steht vor der Eskalation. Großbritannien hatte einen iranischen Tanker in Gibraltar festgesetzt, daraufhin tat der Iran dasselbe. Nun schlägt der iranische Präsident einen Austausch vor.

Update 21.00 Uhr: Vier Tage nach der Festsetzung des britischen Tankers "Stena Impero" durch die iranischen Revolutionsgarden hat es erstmals einen direkten Kontakt mit der Besatzung gegeben. Die 23 Besatzungsmitglieder seien "in Sicherheit", erklärte die schwedische Reederei Stena Bulk am Mittwoch. Der iranische Präsident Hassan Ruhani deutete unterdessen die Bereitschaft seines Landes zu einem Tanker-Austausch mit Großbritannien an. In Europa liefen die Bemühungen zur Entschärfung des Konflikts auf Hochtouren.

Der Kapitän habe am Vorabend über eine "gute Zusammenarbeit" mit den iranischen Einsatzkräften an Bord berichtet, teilte Stena Bulk mit. Die Reederei versicherte, die "Stena Impero" habe sämtliche Vorschriften beachtet, bevor sie am Freitag festgesetzt wurde.

Irans Präsident Ruhani sagte am Mittwoch laut Regierungswebsite bei einer Kabinettssitzung: "Wir wollen keine Spannungen mit gewissen europäischen Ländern." Sollten diese Länder ihre "inkorrekten Taten" korrigieren, "einschließlich jener in Gibraltar", werde der Iran entsprechend reagieren.

Die Ereignisse der vergangenen Tage können Sie in unserem News-Ticker zur Iran-Krise nachlesen. Der Iran droht unterdessen mit einer neuen Stufe bei seinen Verstößen gegen das Atomabkommen.

Erstmeldung - Konflikt vor Eskalation: Irans Präsident schlägt Großbritannien Austausch von Öltankern vor

Teheran - Zur Beilegung des Tankerstreits mit Großbritannien hat der iranische Präsident Hassan Ruhani einen Austausch der festgesetzten Öltanker beider Länder in Aussicht gestellt. „Wir wollen keine Spannungen, und wenn sich alle an die Vorschriften halten, auch an die in Gibraltar, dann werden sie (Briten) von uns eine geeignete Antwort erhalten“, sagte Ruhani bei einer Kabinettssitzung am Mittwoch. Der Iran sei weder stur noch wolle er einen Konflikt am Persischen Golf, aber der Iran werde auch nicht auf Druck und Drohungen klein beigeben, so der Präsident nach Angaben seines Webportals.

Großbritannien hatte iranischen Tanker festgesetzt

Die jüngste Eskalation des Konflikts begann am 4. Juli, als in den Gewässern der britischen Exklave Gibraltar ein Supertanker mit Öl aus dem Iran an die Kette gelegt wurde. Der Vorwurf: von der EU untersagte Lieferungen an Syrien. Am vergangenen Freitag stoppten die Iranischen Revolutionsgarden dann den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormus. Das Schiff habe internationale Vorschriften nicht beachtet, erklärten sie. Außerdem soll die „Stena Impero“ ihr GPS-System ausgeschaltet und umweltschädigende Materialien am Bord gehabt haben. Großbritannien sprach von einem Akt „staatlicher Piraterie“.

Großbritannien will Seeschutzmission auf den Weg bringen

Nach der Festsetzung des britischen Tankers durch den Iran will die Regierung in London jetzt eine von europäischen Ländern angeführte Seeschutzmission in der Region auf den Weg bringen. Dieser angedachte Einsatz soll Schiffe schützen, die durch die für den internationalen Handel wichtige Meerenge fahren.

Die Krise mit dem Iran trifft Großbritannien in innenpolitisch turbulenten Zeiten. Die neue Regierung unter Premierminister Boris Johnson wird sich ab diesem Mittwoch auf das weitere Vorgehen im Fall Iran verständigen müssen.

dpa

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