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Irans „oberster Führer“ behauptet: Proteste sind US-Verschwörungsoperation

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Von: Moritz Serif

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Proteste in Tehran
Demonstranten haben sich in der Innenstadt von Teheran versammelt. © Uncredited/AP/dpa

Die Proteste im Iran gehen weiter. An einer Elite-Universität verletzen Sicherheitskräfte Studenten und Professoren.

Teheran – Irans oberster Führer hat die jüngsten Proteste im Land als Verschwörungsoperation der USA, Israels und der „iranischen Verräter im Ausland“ dargestellt. „Eine junge Frau ist ums Leben gekommen und das war sehr bitter und bedauerlich“, sagte Ali Chamenei am Montag (3. Oktober) in seiner ersten Reaktion zum Fall der gestorbenen Mahsa Amini und den anhaltenden Protesten. Es sei aber weder normal noch akzeptabel, aus diesem Grund Korane, Moscheen, Autos und Banken zu verbrennen und den Frauen die Schleier vom Kopf zu reißen.

„Diese Randale sind eine von den USA, dem zionistischen Regime (Israel) und iranischen Verrätern im Ausland programmierte Operation, um die Sicherheit des Landes zu torpedieren“, sagte der Kleriker. Es gehe den USA und dem Westen weder um die im Polizeigewahrsam gestorbene Amini noch um den Kopftuchzwang im Iran.

Proteste im Iran: Chamenei kann keine Belege liefern

„Keiner in den USA trauert um die gestorbene Frau, sondern es geht hier lediglich um die Unabhängigkeit der islamischen Republik und ihren Widerstand (gegen die USA)“, sagte Chamenei im Staatssender IRIB. Die Amerikaner und die Feinde des Irans wollten diesen Widerstand brechen und das Land erneut vom Westen abhängig machen. Chamenei hat laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen des Iran. Belege für diese Behauptungen konnte Chamenei nicht liefern.

Jüngst waren in der iranischen Hauptstadt Teheran Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen Studierende vorgegangen. Nach Protesten seien auch mehrere Professoren der renommierten Scharif-Universität verprügelt worden, berichtete die iranische Zeitung Emtedad auf Telegram.

Amini starb nach Festnahme durch iranische Sittenpolizei

Die 22-jährige Mahsa Amini wurde Mitte September wegen ihres angeblich „unislamischen Outfits“ von der Sittenpolizei festgenommen. Was genau mit Amini danach geschah, ist unklar. Die Frau war ins Koma gefallen und am 16. September in einem Krankenhaus gestorben. Kritiker werfen der Moralpolizei vor, Gewalt angewendet zu haben. Die Polizei weist die Vorwürfe entschieden zurück. Seit dem Tod der jungen Frau demonstrieren landesweit Tausende Menschen gegen den repressiven Kurs der Regierung und der Sicherheitskräfte sowie gegen das islamische System. (mse/dpa)

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