Irres Video: Margot Honecker lästert über die BRD

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Margot Honecker

Santiago - An den Grenzen wurden Menschen wie Freiwild erschossen, in den Gefängnissen folterten die Stasi-Schergen. Doch Margot Honecker (82) schwärmt auch 20 Jahre nach dem Mauerfall von der DDR.

Hier sehen Sie das Video mit Margot Honecker!

Und lästert über den ehemaligen Klassenfeind, die Bundesrepublik. Schauplatz der bizarren Veranstaltung ist irgendein Hinterzimmer in Santiago de Chile. Die Witwe des früheren DDR-Staats- und Parteichefs Erich Honecker spricht zu einer Handvoll Gäste. Sie sagt Sätze wie „Junge Leute in Deutschland sehnen sich nach einer anderen Gesellschaft“, „Was wir in der DDR geschaffen haben ist nicht wegzudenken“ und „Die Menschen hatten eine schöne Zeit in der DDR“.

Zur Erinnerung: In der DDR gab es keine Reisefreiheit, wer das Land verlassen wollte wurde an der Grenze abgeballert. Weit über 100 Menschen ließen dabei ihr Leben. Mit Regimegegnern gingen die Parteibonzen nicht viel zimperlicher um: Kritiker wurden in speziellen Gefängnissen untergebracht und von Mitarbeitern der Staatssicherheit gefoltert.

Doch Margot Honecker ist unbelehrbar. „Menschen treffen sich in der Bundesrepublik, um der DDR zu zu gedenken“, sagt die ehemalige First Lady. Sie spricht von einem großen Feldzug, der in Deutschland derzeit gegen die DDR geführt werde. „Man kann damit rechnen, dass es in Deutschland immer weiter bergab geht mit der Arbeiterklasse.“ Lobende Worte findet sie für die Linkspartei.

Zum Schluss schmettert die Gruppe der ewig Gestrigen ein kommunistisches Lied. Margot Honecker hat inzwischen Platz genommen. Gerührt lauscht sie dem Ständchen.

20 Jahre Honecker-Sturz: Seine blödesten Sprüche

20 Jahre Sturz Erich Honecker
„Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“ Mit diesem Spruch hat sich Erich Honecker in die Geschichtsbücher geschrieben. © MM
Erich und Margot Honecker
„Die Mauer wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe noch nicht beseitigt sind“, tönt Erich Honecker im Januar 1989. Am 18. Oktober 1989 musste er von allen Ämtern zurücktreten. Die Mauer fiel. © AP
Erich und Margot Honecker
„Wenn man keinen Charakter hat, kann man keine Politik machen!“ Margot Honecker, die mächtigste Frau in der ehemaligen DDR, galt wegen ihrer Haartönung als „blaue Eminenz" – und wurde oft als bestgehasste Frau der DDR bezeichnet. Die 82-Jährige lebt heute zurückgezogen in Chile. © dpa-mm
Erich und Margot Honecker
Michail Gorbatschow und Erich Honecker beim sozialistischen Bruderkuss. Im September 1989 erlaubte Ungarn 25.000 DDR-Bürgern die Ausreise. Gorbatschow warnte Erich Honecker mit den Worten: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ © dpa
Erich und Margot Honecker
„Der Geburtsort ist nicht entscheidend für die politische Überzeugung.“ Da war sich Erich Honecker, ein gebürtiger Saarländer, sicher. © AP
Erich und Margot Honecker
„Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Pankow. Ich muss da eben mal hin....“, machte sich Udo Lindenberg über die DDR lustig. Das Foto von 1987 zeigt den Rockmusiker, wie er Erich Honecker (M) bei dessen Besuch 1987 in Wuppertal eine Gitarre mit der Aufschrift “Gitarren statt Knarren" übereicht. © dpa
Erich und Margot Honecker
Wie innig! Erich Honecker küsst am 4. Oktober 1979 den damaligen Sowietischen Staatschef Leonid Brezhnev. Zuvor war Brezhnev zum „Helden der Deutschen Demokratischen Republik“ erklärt worden und bekam die „Karl Marx Medaille“ überreicht. © AP
Erich und Margot Honecker
Der Kuss von Breschnew und Honecker, vor 20 Jahren an die Berliner Mauer gemalt, wurde zum Sinnbild eines politischen Aufbruchs. © dpa
Erich und Margot Honecker
„Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!“ Mit diesen Worten leugnete Honecker noch im August 1989 das nahe Ende der DDR. © dpa
20 Jahre Sturz Erich Honecker
„Die DDR und BRD gehörten nie zusammen, es trennen sie Welten: die sozialistische und die kapitalistische.“ Auch dies sagte der DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker. © ap-mm
Erich und Margot Honecker
„Für uns kommt es darauf an, den Frieden zu sichern und den Krieg durch hohe Wachsamkeit zu bekämpfen, bevor er ausbricht, jederzeit bereit und fähig zu sein, jedem Aggressor eine vernichtende Abfuhr zu erteilen.“ Erich Honecker hatte seine eigene Auffassung von Friedenssicherung, man denke an die vielen Toten an der Mauer. © dpa
Erich und Margot Honecker
Lachen für die Kameras: Der kubanischen Ministerpräsidenten Fidel Castro bei einem mehrtägigen Besuch im Juni 1972 in der DDR. © mm
Erich und Margot Honecker
Mit geballter Faust verlässt Erich Honecker (l), am 29.07.1992 die chilenische Botschaft in Moskau, begleitet vom chilenischen Sonderbotschafter R. James Holger und seiner Frau Margot. Honecker war seit seinem Sturz 1989 ein Gejagter der Justiz - doch verurteilt wurde er bis zu seinem Tod 1994 nie. Viele DDR-Größen machten in der BRD Karriere. Lesen Sie: „Von der Stasi zum BKA“. © dpa

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