Kulturfrevel in Syrien geht weiter

IS-Fanatiker sprengen drei berühmte Grabtürme in Palmyra

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Einer der historischen Grabtürme, die jetzt von IS-Fanatikern gesprengt wurden.

Palmyra - Neben mehreren Tempeln hat die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Palmyra auch drei Grabtürme gesprengt. Es habe sich um "die am besten erhaltenen, die schönsten" der Türme gehandelt.

Das sagte der Leiter der syrischen Antikenverwaltung, Maamun Abdelkarim. Die IS-Extremisten machten schon den Baal-Tempel und den Baalschamin-Tempel in Palmyra dem Erdboden gleich und riefen damit weltweite Empörung hervor. Der Baal-Tempel galt als das wichtigste Denkmal der römischen Ausgrabungsstätte.

Wiederholt haben die Dschihadisten Kulturerbestädten den Erdboden gleich gemacht.

Gerüchte über die Sprengung der Grabtürme seien vor zehn Tagen aufgetaucht, sagte Abdelkarim am Freitag. Satellitenbilder vom 2. September hätten nun ihre Zerstörung bewiesen. Gesprengt wurde nach seinen Angaben auch der besonders berühmte Elahbel-Turm. Der Turm wird in der Unesco-Liste der Kulturerbestätten besonders hervorgehoben.

Der IS eroberte Palmyra Ende Mai. Zunächst plünderten die Dschihadisten mehrere Mausoleen, zerstörten Skulpturen und verminten die größeren Ruinen, bis sie schließlich mit der Sprengung der Tempel und Türme weitermachten.

Putin: Assad zu "politischen Veränderungen bereit"

Russlands Präsident Putin äußerte sich am Freitag zur Syrien-Krise. Assad sei zu "politischen Veränderungen bis hin zur Neuwahl bereit", sagte er in der im TV übertragenen Rede. Er wolle auch Kontakte zur "sogenannten gesunden Opposition" knüpfen und sie "in die Regierung einbeziehen", sagte Putin. Er selbst sei bereit, den Dialog in Syrien zu erleichtern. Die letzte Parlamentswahl im Mai 2012 war von der Opposition boykottiert und von der internationalen Gemeinschaft verurteilt worden.

Soll laut Putin sogar zu Neuwahlen bereit sein: Syriens Machthaber Assad.

Mutmaßungen, wonach sich Russland in Syrien militärisch am Kampf gegen den IS beteiligen werde, seien "voreilig", sagte Putin weiter. Moskau drängt seit längerem darauf, die von den USA geführte Anti-IS-Koalition zu verbreitern und Syriens Regierungstruppen mit einzubeziehen, was von Assads Gegnern abgelehnt wird.

Die US-Regierung geht derweil Berichten nach, wonach Russland sich längst an militärischen Aktivitäten in Syrien beteiligt. "Wir sind auf dem Laufenden über Berichte, dass Russland militärisches Personal und Fluggerät in Syrien eingesetzt haben könnte, und wir verfolgen diese Berichte ziemlich genau", sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest, am Donnerstag in Washington. Jegliche militärische Unterstützung Assads wäre "destabilisierend und kontraproduktiv". Putin verwies darauf, dass Russland die syrischen Streitkräfte auf Grundlage alter Verträge weiter mit Waffen beliefert.

AFP

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