Terror in Palmyra

IS-Video zeigt Erschießungen in antikem Theater

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Im Theater von Palmyra haben die Fanatiker des IS eine Reihe von Geiseln erschossen. Foto: Chris Melzer

Palmyra - Im Internet ist ein Propagandavideo von Dschihadisten aufgetaucht, das die Erschießung angeblicher Geiseln der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der syrischen Welterbestätte Palmyra zeigt.

In dem am Samstag veröffentlichten Film wird das Römische Theater gezeigt und Zuschauer, die der Tötung der Männer, bei denen es sich um syrische Soldaten handeln soll, beiwohnen. Der IS hat die historische Oasenstadt im Mai von Regimetruppen erobert. Die gleichnamige Ruinenstätte gilt als eine der bedeutendsten Kulturstätten im Nahen Osten.

Die zuletzt arg bedrängten syrischen Regierungstruppen sind unterdessen im Grenzgebiet zum Libanon wieder auf dem Vormarsch. Gemeinsam mit Kämpfern der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah eroberten Regierungstruppen Teile der Stadt Sabadani von islamistischen Rebellen zurück. Die Truppen seien in Gebiete am Westrand des strategisch wichtigen Ortes eingerückt, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag.

Nach Angaben der Menschenrechtler starben bei den Gefechten mindestens 14 Kämpfer des Regimes und der Hisbollah. Zudem seien 11 Rebellen des Bündnisses um die Al-Nusra-Front umgekommen, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbunden ist.

Regierung und Schiitenmiliz hatten ihre Offensive nach Angaben ortsansässiger Regimegegner am Samstag mit Raketen und Mörsergranaten im bergigen Umland der Stadt begonnen. Aktivisten berichteten von Dutzenden Luftangriffen sowie vom Einsatz von mehr als 50 Fassbomben.

Die Stadt Sabadani ist eine der letzten Hochburgen der Rebellen in der Region Kalamun und liegt nahe der Straße zwischen der Hauptstadt Damaskus und Beirut im Libanon. In die Ortschaft, die seit 2012 in den Händen der Rebellen ist, sollen im Mai zahlreiche Kämpfer der Al-Nusra-Front geflohen sein, als Regierungstruppen große Teile des Kalamun-Gebirges zurückeroberten.

Im Norden Syriens gerät die sunnitische Terrormiliz IS unter Druck. 16 Luftangriffe der von den USA geführten Militärallianz auf ihre Hochburg Al-Rakka am Samstag hätten die Bewegungsfreiheit der Terroristen erheblich eingeschränkt, erklärte das US-Militär. Vom IS beherrschte Strukturen und Transitwege seien zerstört worden.

Das Bombardement habe sich auf Korridore konzentriert, die der Islamische Staat zum Transport von Kämpfern und Ausrüstung benutzt habe, wurde der Sprecher der Koalition, Thomas Gilleran, zitiert. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei den Angriffen mindestens 23 Extremisten getötet.

Al-Rakka gilt als die inoffizielle Hauptstadt des Islamischen Staates (IS) in Syrien. Zuletzt war sie vom Vormarsch kurdischer Kämpfer bedroht worden: Deren „Volksschutzeinheiten“ (YPG) hatten vor drei Wochen die wichtigste Nachschublinie des IS in die Türkei gekappt und waren dann in Richtung Al-Rakkas vorgerückt. Die Luftangriffe des internationalen Bündnisses leisteten dabei wichtige Schützenhilfe.

dpa

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