Chef der Münchner Sicherheitskonferenz

Ischinger plädiert für Bundeswehr-Einsatz in Syrien

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Wolfgang Ischinger.

München - Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger ist der Ansicht: "Wir haben vor vier Jahren fälschlicherweise weggeschaut". Die Folgen spüren wir heutzutage.

Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sieht die hohe Zahl syrischer Flüchtlinge auch als Folge deutscher Politik. „Wir haben vor vier Jahren fälschlicherweise weggeschaut“, sagte der ehemalige Diplomat dem „Münchner Merkur“ (Dienstagausgabe). „Jetzt lernen wir mühselig und etwas spät, dass Wegschauen von Verantwortung nicht befreit. Und dass Nichtstun auch Folgen hat. Und dass der Konflikt, von dem wir glaubten, er spiele sich in Syrien ab, jetzt krachend vor unserer Haustür landet.“

Europa müsse sich bei der Lösung des Problems auch mit Russland und dem Iran abstimmen, sagte Ischinger dem Blatt. Und: „Unsere Strategie in der Syrien-Krise ist nur dann glaubwürdig, wenn sie mit glaubwürdigen militärischen Handlungsoptionen unterlegt ist.“ Ischinger führte weiter aus: „Die EU muss imstande sein, über Fragen wie Schutzzonen in Syrien für die Millionen von Flüchtlingen ernsthaft zu reden. Wir müssen imstande sein, mit den USA und anderen Nationen über mögliche Flugverbote in und um Syrien zu sprechen. Wer sich dazu nicht aufrafft, darf sich nicht wundern, wenn weitere Hunderttausende oder Millionen Flüchtlinge bei uns landen.“

Generell zeichnet der Experte ein düsteres Bild vom Nahen Osten. „Die gesamte Region steht kurz vor der Groß-Explosion. Die Gefahr überschwappender Instabilität ist enorm. Deshalb ist es überfällig, in Europa nicht nur Abwehrschritte zu unternehmen, sondern eine diplomatische Groß-Initiative zu starten. Niemand wird außerhalb der Region mehr leiden als Europa, denn die Folgen dessen, was im Orient passiert, landen direkt vor unserer Haustür.“

Das gesamte Interview lesen Sie am Dienstag auf merkur.de.

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