Worte in den Mund gelegt

Muslim-Lieder in der Kirche: Grüner attackiert „Bild“

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Ihm wurde die Worte in den Mund gelegt: Omid Nouripour, Bundestagsabgeordneter und Menschenrechtsexperte der Grünen.

Berlin - Die Meldung über einen Vorstoß, islamische Lieder in deutschen Kirchen zu singen, nahm am Dienstag eine neue Wendung. "Bild" hatte dem Grünen-Menschenrechtsexperten Omid Nouripour die Worte in den Mund gelegt. 

Sollen die Kirchen ein Zeichen gegen Pegida setzen, indem in christlichen Gotteshäusern in der Weihnachtsmesse auch ein muslimisches Lied gesungen wird? Ein von der „Bild“-Zeitung gemeldeter entsprechender Vorstoß des Grünen-Menschenrechtsbeauftragten und Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour sorgt auch am Tag danach noch für Aufregung.

Nouripour fühlt sich von der „Bild“ aufs Kreuz gelegt. Auf seiner Facebookseite veröffentlichte er eine Stellungnahme, laut der ihm die Äußerung – als Politiker muslimischen Glaubens – „in den Mund gelegt“ worden sei: Ihn habe eine „Bild“-Journalistin gefragt, ob er bereit sei, diese Forderung zu erheben, weil die Zeitung vor Weihnachten doch traditionell „gute Nachrichten“ verbreite. „Meine Antwort war, dass die Forderung nur dann Sinn mache, wenn dann auch Weihnachtslieder in der Moschee gesungen werden würden.“

Diese Konditionalität aber sei im „Bild“-Artikel verschwiegen worden. Die Aussage löste prompt einen Parteienstreit aus. SPD und Linke unterstützten den Vorstoß, führende Politiker von Union und FDP, darunter der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach und FDP-Chef Christian Lindner, übten dagegen scharfe Kritik.

Nouripour wirft „Bild“ nun vor, mit Artikeln wie diesem der „Spaltung der Gesellschaft“ Vorschub zu leisten. Auch Aiman Mazyek, Chef des Zentralrats der Muslime, der in der „Bild“-Zeitung die Idee zunächst befürwortet hatte, ging angesichts des ausgelösten Wirbels nachträglich auf Distanz. Mazyek sagte, er sei bei der Anfrage der „Bild“-Zeitung davon ausgegangen, eine konkrete Kirchengemeinde habe vor, ein Zeichen zu setzen. „Es geht nicht um einen Liturgie-Vorschlag zum Gottesdienst, und es geht auch darum, dass solche Zeichen auf Gegenseitigkeit beruhen“, unterstrich er gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). So sei durchaus vorstellbar, dass bei muslimischen Veranstaltungen christliche Lieder gesungen werden können.

Omid Nouripour reagiert auf seiner Facebook-Seite mit einer eindeutigen Richtigstellung auf die "Bild"-Meldung.

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