Nach mysteriösem Freitod

Israel: Schweigegeld für Familie von "Häftling X"

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Der Grabstein von Ben Zygier, der sich im Dezember 2010 in einer israelischen Hochsicherheitszelle erhängte

Tel Aviv - Der Freitod des Agenten Ben Zygier wirft Fragen auf. Jetzt hat Israel der Familie des Verstorbenen ein Schweigegeld in Millionenhöhe gezahlt.

Die Familie des früheren Mossad-Agenten Ben Zygier soll Medienberichten zufolge nach dessen Freitod in einer israelischen Hochsicherheitszelle vier Millionen Schekel (842.000 Euro) Entschädigung erhalten. „Ihr werdet schweigen, wir werden bezahlen“, titelte die Zeitung „Jediot Achronot“ am Mittwoch. Als Teil der Übereinkunft habe sich die Familie zu Stillschweigen verpflichtet, berichtete die Zeitung „Haaretz“ unter Berufung auf einen Bericht des israelischen Fernsehsenders Kanal 2. Der Staat habe zugleich jede Verantwortung für den Tod Zygiers im Dezember 2010 ausgeschlossen. Das Justizministerium bestätigte die Presseberichte. Zygier besaß auch die australische Staatsbürgerschaft.

Eine Untersuchungsrichterin hatte im April festgestellt, dass Zygier nicht ausreichend überwacht worden sei, als er sich in seiner Zelle erhängte. Zygier, der auch als „Häftling X“ bezeichnet wurde, hatte sich nach monatelanger Einzelhaft unter geheim gehaltener Identität am 15. Dezember 2010 erhängt.

Am Tag seines Freitodes sei Zygier vormittags noch von seiner Ehefrau und seiner kleinen Tochter in der Zelle besucht worden. Dabei soll sie ihn unbestätigten Medienberichten zufolge um die Scheidung gebeten haben. Die Behörden haben bisher unter Hinweis auf Sicherheitsinteressen nicht mitgeteilt, was Zygier vorgeworfen wurde.

dpa

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