Mafia involviert?

„Italienische Spur“ im Journalisten-Mord: Slowakei meldet Festnahmen

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Demonstration in Bratislava am Mittwoch

Ein Artikel über Verbindungen zwischen Regierungspartei und Mafia kostete einen slowakischen Journalisten offenbar das Leben. Nun gibt es erste Festnahmen.

Update vom 16. März 2019: An diesem Sonntag wählt die Slowakei ein neues Staatsoberhaupt. Beste Chancen auf das Präsidentenamt hat die Bürgerrechtlerin Zuzana Caputova. Auch EU-Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic gilt als aussichtsreicher Kandidat.

Erstmeldung vom 1. März 2018: Nach Mord an Journalist Kuciak gibt es erste Festnahmen

Bratislava - Im Zusammenhang mit dem Mord an dem slowakischen Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak hat die Polizei die Festnahme mehrerer italienischer Geschäftsmänner gemeldet. Die Namen der Männer waren auch im letzten Artikel von Kuciak über mutmaßliche Verbindungen zwischen der Regierungspartei der Slowakei zur italienischen Mafia aufgetaucht, sagte Polizeichef Tibor Gaspar am Donnerstag.

Demnach gab es Durchsuchungen und Festnahmen in mehreren Orten der Slowakei. "Wir können von einer italienischen Spur sprechen", sagte Gaspar.

Journalist berichtete von Verbindungen von Regierungsmitarbeitern zur ‘Ndrangheta

Kuciak war am Sonntag zusammen mit seiner Verlobten in seinem Haus in einem Vorort von Bratislava erschossen aufgefunden worden. Der Journalist schrieb für das zur deutsch-schweizerischen Mediengruppe Ringier Axel Springer Media gehörende Nachrichtenportal aktuality.sk.

Er hatte vor seiner Ermordung an einem investigativen Bericht zum Einfluss der italienischen Mafia auf die slowakische Regierung gearbeitet. Der 27-jährige Journalist warf engen Mitarbeitern von Regierungschef Robert Fico Verbindungen zu italienischen Geschäftsleuten vor, die mit der Mafia-Organisation 'Ndrangheta in Kontakt stehen sollen. Dabei ging es auch darum, dass die Mafia an EU-Mittel gelangt sein soll, die eigentlich für die Förderung der Landwirtschaft in der Slowakei vorgesehen waren.

Die EU hatte nach dem Bericht über Kuciaks Tod bereits angekündigt, die Ermittlungsarbeiten genau im Auge behalten zu wollen.

AFP

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