Salvini drängt auf Entschuldigung

Italiens Streit mit Frankreich droht zu eskalieren: Treffen mit Macron vor Absage

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Italiens Innenminister Matteo Salvini.

Italiens Innenminister Matteo Salvini hat gedroht, das Treffen zwischen seinem Regierungschef Giuseppe Conte und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron abzusagen.

Rom - Italiens Innenminister Matteo Salvini hat gedroht, das Treffen zwischen seinem Regierungschef Giuseppe Conte und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron abzusagen, sollte sich Frankreich nicht für die jüngsten Äußerungen im Streit um die Aufnahme von Flüchtlingen entschuldigen. Träfen keine offiziellen Entschuldigungen ein, täte Conte gut daran, "nicht nach Frankreich zu gehen", sagte Salvini am Mittwoch vor Journalisten. Das Treffen ist für Freitag geplant.

Salvini: Frankreich gehe nicht den eigenen Verpflichtungen nach

Macron hatte Italien wegen der Weigerung, mehr als 600 Flüchtlinge von dem Hilfsschiff "Aquarius" aufzunehmen, am Dienstag "Zynismus und Verantwortungslosigkeit" vorgeworfen. Der Sprecher von Macrons Partei La République en marche, Gabriel Attal, hatte erklärt, Italiens Verhalten sei "zum Kotzen". Italien berief daraufhin am Mittwoch den französischen Botschafter ein.

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Italiens "Geschichte der Solidarität, der Menschlichkeit und der Freiwilligkeit" verdiene es nicht, "mit diesen Worten" vonseiten der französischen Regierung angegriffen zu werden, hatte Salvini zuvor bei einer Rede vor dem italienischen Senat erklärt. Zudem warf er Frankreich vor, seinen Verpflichtungen bei der Aufnahme von Flüchtlingen nicht nachzukommen.

Auf dem G7-Gipfel schüttelten sich Giuseppe Conte (rechts) und Emmanuel Macron noch die Hände.

Das Land habe zugesagt, 9816 in Italien angekommene Einwanderer aufzunehmen, nur 640 seien aber tatsächlich aufgenommen worden, sagte Salvini. Er forderte Macron dazu auf, "den Worten Taten folgen" zu lassen und "ein Signal der Großzügigkeit" bei der Aufnahme dieser Flüchtlinge zu senden.

Marine und Küstenwache sollten weiterhin Menschenleben retten

Das Schiff "Aquarius" von der französischen Hilfsorganisation SOS Méditerranée hatte mit 629 geretteten Flüchtlingen an Bord tagelang auf dem Mittelmeer ausgeharrt, weil sowohl Malta als auch Italien sich weigerten, es anlegen zu lassen. Salvini, der auch italienischer Vizeregierungschef und Chef der fremdenfeindlichen Partei Lega ist, hatte gesagt, italienische Häfen würden keine ausländischen Schiffe mit Flüchtlingen mehr anlegen lassen. Marine und Küstenwache würden aber weiter Leben retten.

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Während die "Aquarius" am Mittwoch auf dem Weg nach Spanien war, das sich bereit erklärt hatte, die Flüchtlinge aufzunehmen, legte ein Schiff der italienischen Küstenwache mit mehr als 900 Flüchtlingen an Bord in der sizilianischen Hafenstadt Catania an. Die Flüchtlinge seien bei mehreren Rettungsaktionen geborgen worden, sagte ein Mitglied der Küstenwache der Nachrichtenagentur AFP.

AFP

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