"Ja" aus Angst - Neue Studie zu Zwangsheiraten

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Familienministerin Kristina Schröder ( CDU).

Berlin - Die meisten Opfer von Zwangsehen in Deutschland sind Muslime zwischen 18 und 21 Jahren mit meist stark religiösem Hintergrund. Das geht aus einer vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebenen Studie hervor.

“Wer flieht und sich dagegen wehrt, riskiert Isolierung in der eigenen Familie“, sagte Familienministerin Kristina Schröder (CDU) bei der Vorstellung der Ergebnisse der Studie "Zwangsverheiratungen in Deutschland“ zusammen mit der Integrationsbeauftragten Maria Böhmer am Mittwoch in Berlin.

Die vom Bund geförderte Studie der Lawaetz-Stiftung (Hamburg) erfasst von Zwangsheirat betroffene Frauen und Männer, die im Jahr 2008 von Beratungseinrichtungen betreut wurden. Von den insgesamt 3443 Befragten waren rund 60 Prozent von Zwangsehe bedroht - 40 Prozent befanden sich bereits in einer Zwangsehe. Schröder betonte, die Studie sei nicht repräsentativ. Die Dunkelziffer sei hoch, deshalb könne nicht zuverlässig abgeschätzt werden, wie viele Zwangsverheiratete es in Deutschland gebe.

Die Ministerin forderte, das Thema Zwangsehe stärker in der Schulen zu behandeln. “Wer eine Beratungseinrichtung aufsucht, gehört eher zu den Jüngeren, geht noch zur Schule und hat häufig schlechte Deutschkenntnisse“, sagte Schröder. Sie kündigte an, dass jetzt im Bundestag ein bundesweites Hilfetelefon für Betroffene auf den Weg gebracht werden solle. Zwangsheirat ist seit Mitte des Jahres in Deutschland ein eigener Straftatbestand. Die Integrationsbeauftragte Böhmer (CDU) betonte, damit sei ein wichtiges Signal gegen Zwangsehen gesetzt worden.

dpa

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