Landesjagdbericht 2010: Rebhühner und Fasane finden zu wenig Rückzugsräume

Jäger: Wolf wird zurückkehren

Einwanderer: Jäger erwarten, dass sich der Wolf in Niedersachsen ähnlich rasch vermehren wird wie in der Lausitz. Foto:  dpa

Hannover. Bereits vom kommenden Jahr an können Wölfe nach Einschätzung der Landesjägerschaft in Niedersachsen wieder heimisch werden. „Der Wolf wird nach Niedersachsen zurückkehren, voraussichtlich zunächst in die Lüneburger Heide, wo er gute Lebensbedingungen vorfindet“, sagte Jägerschafts-Präsident Helmut Dammann-Tamke in Hannover.

Eine Wölfin halte sich bereits nachweislich in der Heide auf. „Ab 2012 ist auch eine Reproduktion in Niedersachsen möglich.“ Die Zahl der Wölfe könne ähnlich schnell wie in der Lausitz anwachsen, wo ein Wolfspaar seit dem Jahr 2000 über Kinder und Kindeskinder für einen Nachwuchs von rund 160 Tieren gesorgt habe. Nicht alle dieser Wölfe aber hätten überlebt.

Hunde als Konkurrenz

„Die Bevölkerung braucht sich um ihre Gesundheit keine Sorge zu machen“, betonte Dammann-Tamke. Es seien allenfalls Schafshüter, denen der Wolf zu schaffen machen könnte. Außerdem könnten Wölfe freilaufenden Hunden in der Natur den Garaus machen, sie betrachteten Hunde nämlich als Nahrungskonkurrenten. Am morgigen Dienstag will die Jägerschaft mit dem Umweltministerium eine Kooperationsvereinbarung für die Wiederansiedlung der Wölfe unterzeichnen. Für das Konzept hat die Jägerschaft bereits extra eine Wildbiologin angestellt.

Mais verdrängt Fasane

Sorge bereitet den Jägern unterdessen der Bestand an Rebhühnern und Fasanen, der im Westen Niedersachsens teils besorgniserregend zurückgegangen ist. Ein Grund könne der zunehmende Maisanbau und der Wegfall von Stilllegungsflächen sein, die den Vögeln bislang als Rückzugsbereich gedient hätten, sagte Dammann-Tamke. Die Jägerschaft habe eine Studie zur Erforschung der Bestandsrückgänge veranlasst.

Keine beunruhigenden Veränderungen habe es beim Bestand an Gänsen, Hasen, Rehen und Hirschen gegeben. (lni)

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