Über Hintergründe wird bis heute gerätselt

Vor 50 Jahren: US-Präsident John F. Kennedy stirbt bei Attentat

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Das Attentat: John F. Kennedy ist getroffen. Abraham Zapruder, ein Amateurfilmer, filmt die dramatischen Sekunden mit einem Normal-8-mm-Farbfilm.

Dallas in Texas, 22. November 1963, kurz vor 12.30 Uhr. Die offene Limousine des amerikanischen Präsidenten biegt von der Houston Street in die Elm Street ab, Menschen am Straßenrand winken und jubeln John F. Kennedy und seiner Frau Jacqueline zu.

Nellie Connally, die Ehefrau des vor den Kennedys sitzenden Gouverneurs, hat sich gerade umgedreht und sagt: „Mr. President, man kann nicht sagen, dass Dallas Sie nicht liebt“. Kennedy antwortet: „Nein, das kann man ganz sicher nicht sagen.“ Es sind seine letzten Worte.

Denn um 12.30 Uhr fallen drei Schüsse. Einer trifft Kennedy im Nacken, durchbohrt seine Luftröhre und verletzt auch Gouverneur Connally an Oberkörper, Handgelenk und Oberschenkel. Da der Präsident aus gesundheitlichen Gründen ein Korsett trägt, bleibt er – obwohl schon schwer getroffen – aufrecht sitzen. Da trifft ihn wenige Sekunden später ein weiteres 6,5 Millimeter-Geschoss, das ihm Teile der Schädeldecke wegschleudert.

Liebe Leser, erinnern Sie sich noch an den Tag, an dem John F. Kennedy starb? War er ein erfolgreicher Präsident? Oder wurde er überschätzt? Mailen Sie uns Ihre Meinungen an nachrichten@hna.de oder schreiben Sie an HNA-Nachrichtenredaktion Frankfurter Straße 168 34121 Kassel oder diskutieren Sie unter diesem Artikel.

Die First Lady klettert in Panik auf das Heck der Limousine, doch ihr Leibwächter Clint J. Hill, der inzwischen von hinten auf den Wagen aufgesprungen ist, stößt sie in ihren Sitz zurück. Kennedys Chauffeur, der nach dem ersten Schuss instinktiv gebremst hat, um sich nach dem Präsidenten umzusehen, beschleunigt nun den Wagen wieder.

In rasender Fahrt geht es ins Parkland Memorial Hospital. Vierzehn Ärzte bemühen sich um den Präsidenten, doch Luftröhrenschnitt und eine Herzdruckmassage bleiben angesichts der schweren Hirnverletzung wirkungslos. Um 13 Uhr wird der 35. Präsident der Vereinigten Staaten für tot erklärt. Ein katholischer Priester spendet die Sterbesakramente.

Derweil hat der Mann, der aus einem Fenster im fünften Stock des Texas-Schulbuchladens, seiner Arbeitsstelle, die Schüsse abgegeben hat, das Haus verlassen. Es ist Lee Harvey Oswald, ein 23-jähriger ehemaliger US-Marineinfanterist und glühender Bewunderer der kubanischen Kommunisten. Eine dreiviertel Stunde später erschießt er im Wohngebiet Oak Cliff einen Polizisten, dann wird er um 13.50 Uhr in einem Kino festgenommen.

Die Vernehmungen verlaufen unter chaotischen Umständen, einen Rechtsbeistand hat Oswald nicht, er bestreitet den Mord an Kennedy. Als Oswald zwei Tage später ins Staatsgefängnis überführt werden soll, wird er von dem Nachtclubbesitzer Jacky Ruby in aller Öffentlichkeit und vor laufenden Kameras erschossen.

Fotos: John F. Kennedy stirbt bei Attentat

Vor 50 Jahren: US-Präsident John F. Kennedy stirbt bei Attentat

Eine offizielle Untersuchung erklärt Oswald später zum Alleintäter, doch viele ungeklärte Umstände und widersprüchliche Ermittlungen führen seither zu immer neuen Spekulationen rund um den Mord. Hatte die Mafia ihre Hände im Spiel? Waren es Ölmagnaten? Der russische KGB? Das FBI oder die CIA? Oder doch Kuba? Mit immer neuen Verschwörungstheorien lässt sich bis heute gutes Geld verdienen.

Von Wolfgang Blieffert

Lesen Sie in der gedruckten Ausgabe außerdem:

• Reportage: Das ewige Rätsel um den Mord von Dallas.

• JFK im Porträt: Seine Ermordung machte ihn zum Mythos.

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