Hessen richtet die Einheitsfeier aus

25. Jahrestag der Deutschen Einheit: Feiern, aber auch Nachdenkliches

So war es vor 25 Jahren: Ein jubelndes Paar hat sich am 3. Oktober 1990 in Berlin am Tag der Deutschen Einheit in einer DDR-Fahne Platz geschaffen – genau dort, wo früher das Emblem Hammer und Zirkel prangte. Das Ende der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) war der Beginn des wiedervereinigten Deutschlands. Foto: dpa

Ein Vierteljahrhundert ist es heute her, dass die staatliche Teilung Deutschlands endete. Turnusgemäß richtet diesmal Hessen die Einheitsfeier aus. In Frankfurt werden über eine Million Besucher zu den Einheitsfeiern erwartet, die bereits gestern Nachmittag begannen.

Deutschland feiert den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung: Zum Auftakt in Frankfurt bezeichnete der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Freitag die deutsche Einheit als Wunder.

„Vor 25 Jahren sind Diktatur, Mauer und Stacheldraht überwunden worden. Und das ohne einen einzigen Schuss“, sagte der derzeitige Bundesratspräsident bei der Eröffnung des dreitägigen Festes. Auch in Berlin und anderen Städten wird gefeiert.

Bei aller Freude über den Jahrestag war die Bilanz im Bundestag gemischt: Nach Ansicht der Regierungsbeauftragten Iris Gleicke ist eine Förderung Ostdeutschlands weiter vonnöten. Ein Ende würde bedeuten, „einen Motor abzuwürgen, den man gerade mit viel Aufwand ans Laufen gebracht hat“, sagte die SPD-Politikerin. Zugleich müsse der Fokus erweitert werden: „Was unser Land deshalb für die Zeit nach dem Solidarpakt braucht, ist eine zuverlässige Förderung der strukturschwachen Regionen, und zwar in Ost und West.“

Massenarbeitslosigkeit

Die Entwicklung seit 1990 sei nicht immer positiv für den Osten verlaufen, sagte die Ost-Beauftragte der Bundesregierung. „Es gab nicht nur andauernden Erfolg und immerwährendes Wachstum“, sondern eben auch „verheerende Massenarbeitslosigkeit“ und schwere Fehleinschätzungen. Heute sei die Angleichung der Lebensverhältnisse zwar auf gutem Wege. Aber: „Der Aufholprozess kommt schon seit Jahren nur noch langsam voran“, sagte Gleicke.

Glückwünsche zu 25 Jahren Einheit kamen aus vielen Ländern. US-Außenminister John Kerry erklärte: „Das heutige vereinte Deutschland inspiriert Menschen in der ganzen Welt mit seinem Einsatz für Demokratie, Menschenrechte und Wohlstand.“

Einheitsfest in Zahlen

• 300 Veranstaltungen gibt es beim Bürgerfest
• 200 Zelte sind aufgestellt
• Zwei große Bühnen sollen mit den Auftritten populärer Musiker für Stimmung sorgen
• 50 Bürgerrechtler sitzen beim Festakt in der Alten Oper in der ersten Reihe
• 30 Flüchtlinge sind zu dem Festakt eingeladen.
• 3,5 Millionen Euro kostet das Einheitsfest, 1,3 Millionen Euro davon übernimmt die Stadt Frankfurt
• 29 großformatige Fotos der Frankfurterin Barbara Klemm mit historischen Aufnahmen aus der Bundesrepublik und der DDR sind zu sehen
• 25 Brücken aus Licht - für jedes Jahr der Einheit eine - werden zum Ausklang des 3. Oktobers bei einer Brückeninstallation eingebunden sein.

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