Studie: Zahl der Hochbetagten wird bis zum Jahr 2060 dramatisch steigen

Jeder 7. über 80 Jahre alt

Hannover. Niedersachsen vergreist: Die Zahl der hochbetagten Einwohner wird sich in den kommenden Jahrzehnten verdoppeln. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird sich sogar fast verdreifachen. Das geht aus Berechnungen hervor, die der Landesbetrieb für Statistik in Hannover jetzt veröffentlicht hat.

Während derzeit landesweit knapp 429 000 Menschen leben, die das 80. Lebensjahr überschritten haben, werden es im Jahr 2030 mehr als 625 000 und im Jahr 2060 sogar gut 850 000 sein.

Im gleichen Zeitraum wird die Gesamteinwohnerzahl Niedersachsens von heute etwa 7,9 Millionen auf rund 7,4 Millionen im Jahr 2030 und auf weniger als 6,2 Millionen im Jahr 2060 sinken. Damit wird den Angaben zufolge dann jeder siebte Niedersachse mindestens 80 Jahre alt und damit nach der gängigen Definition hochbetagt sein.

Bedarf an Pflegekräften

Nach Ansicht der Statistik-Experten wird die Entwicklung zu zahlreichen Konsequenzen führen. So werde trotz sinkender Bevölkerungszahl die Zahl der stationären Krankenhausaufenthalte alleine bis zum Jahr 2030 um 155 000 steigen.

Zudem werde die Zahl der Pflegebedürftigen im gleichen Zeitraum landesweit um gut 60 Prozent auf 229 000 anwachsen. Der Bedarf an professionellen Kräften für die ambulante Pflege der Hochbetagten werde überproportional steigen, weil immer weniger Angehörige für diese Aufgaben zur Verfügung stehen.

Dagegen wird der Anteil der Erwerbsfähigen im Alter von 20 bis unter 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung in Niedersachsen von 59 Prozent auf 54 Prozent im Jahr 2030 und 51 Prozent im Jahr 2060 sinken. In absoluten Zahlen: Während es heute 4,7 Millionen Erwerbstätige gibt, werden es 2060 voraussichtlich nur 3,2 Millionen sein.

Der Anteil der Hochbetagten an der Gesamtbevölkerung hatte 1970 noch bei etwa zwei Prozent gelegen. Dass er seither kontinuierlich steigt und bis 2060 auf voraussichtlich knapp 14 Prozent anwachsen wird, liegt auch an der weiter steigenden Lebenserwartung. Sie wird 2060 bei 89 Jahren für Frauen und bei 85 Jahren für Männer liegen.

Regional ist der Anteil Hochbetagter unterschiedlich verteilt. Die relativ meisten über 80-Jährigen leben in den Landkreisen Osterode (7,8 Prozent), Goslar (7,6), Holzminden und Lüchow-Dannenberg (je 7,1) und Hameln-Pyrmont (7,0 Prozent). Den niedrigsten Anteil Hochbetagter weist mit 3,9 Prozent der Landkreis Cloppenburg auf. (lni)

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